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Samstag, 9. September 2017, 17:05

Mehrfacher Schädlingsbefall?

Hallo alle miteinander!

Ich besitze seit etwa zwei Monaten erstmals Sukkulenten und halte u.A. eine kleine Gruppe verschiedener Sorten in einer Art Vasenschale in meinem Zimmer.


Soweit ich die Arten richtig identifiziert habe, sollten es Portulacaria afra, Crassula ovata (Gollum?), Haworthia fasciata, Haworthia cymbiformis, sowie eine Art, dessen Namen ich noch nicht herausgefunden habe, sein. Sie sitzen in der Kakteenerde von FloraSelf bei einer Zimmertemperatur von 19-21°C und ich würde behaupten, dass sie eigentlich ganz gut aussehen/wachsen.

Als ich vor ein paar Stunden über die Pflanzen geschaut habe, habe ich leider jedoch eine unangenehme Entdeckung gemacht: Auf allen Pflanzen, außer den beiden Haworthias in der Mitte, hefteten verteilt kleinere Gruppen an Wollläusen. Die meisten konnte ich an den Portulacaria entdecken. Die, die ich gesehen habe, wurden natürlich rasch mit einem Holzstäbchen entfernt, aber ich bin mir sicher, dass ich noch einiges übersehen habe - Zumal wir auch gerade keinen hochprozentigen Alkohol o.Ä. zur Verfügung hatten.
Und als wäre das natürlich noch nicht genug, habe ich zufällig noch weitere unerwünschte Gäste in der Erde entdeckt: Es waren kleine, dunkle Käfer, maximal 1-2mm groß. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es mir eingebildet habe, weil sie kaum zu erkennen waren, aber unter Umständen können sie auch springen. Eine Veränderung an den Wurzeln ist mir noch nicht aufgefallen.
Beide Arten scheinen auch nur in der großen Schale vorhanden zu sein, als ich die umliegenden Pflanzen auf Abstand gebracht habe, habe ich zumindest keinen weiteren Befall entdecken können.

Weiß jemand eventuell was das für Käfer sein könnten?
Ich würde mich auch sehr über Tipps zur Vorgehensweise freuen, da ich doch ein wenig Angst habe, etwas falsch zu machen - Vor allem weil es ja auch mehrere Schädlinge zu sein scheinen.

Liebe Grüße!

Edit: Hab direkt nach dem Beitrag nochmal über die Pflanzen geschaut und doch noch eine ziemlich kleine Wolllaus auf einer separaten Sedum Rubrotinctum entdeckt. Das Exemplar steht hier erst seit knapp anderthalb Wochen.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Airedale« (9. September 2017, 17:26) aus folgendem Grund: Link entfernt und als Dateianhang hochgeladen.


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Samstag, 9. September 2017, 17:29

Bei den "Käfern" könnte es sich auch um nützliche Raubmilben handeln?

Zur Bekämpfung der Schmier-/Wollläuse solltest du zusätzlich zur bereits manuellen Bekämpfung eines der ->hier empfohlenen Mittel einsetzen
Gruß Markus

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Samstag, 9. September 2017, 18:42

Erstmal vielen Dank für die Antwort!

Ich kenne mich mit Raubmilben und co leider so gar nicht aus, es könnte also durchaus sein. Meine "Käferchen" wirkten so als hätten sie einen länglichen, spitz zulaufenden Körper und vergruben sich so schnell wie möglich wieder in der Erde, wenn man sie ans Tageslicht geholt hat. Ich habe noch nicht viele gefunden, vielleicht vier oder fünf, allesamt in der oberen Erdschicht/Wurzelnähe der linken Portulacaria. Lassen die sich wie Schädlinge auch über neue Pflanzen oder ggf das Substrat in die Sammlung bringen?

Zu den Pflanzenschutzmitteln: Würdest du in meinem Fall eher ein Kontaktgift oder ein systemisches Mittel empfehlen? Ich denke mal, dass letzteres eine effektivere, länger anhaltende Lösung ist, wäre Neem angesichts der potenziellen Nützlinge empfehlenswert?
Ich meine auch irgendwo gelesen zu haben, dass als Alternative zum Bestreichen mit Alkohol ein Bad oder eine Besprühung mit einer Wasser-Spiritus-Kernseife-Mixtur helfen kann - Stimmt das?

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Samstag, 9. September 2017, 18:46

Hallo Airedale,

herzlich Willkommen hier im Forum!

Sorten
Arten
Bleib lieber bei Arten. Arten sind natürlich vorkommende Pflanzen und Sorten sind menschliche Züchtungen. ;)

Die Schale sieht gut aus und deine Bestimmung klingt auch recht gut. :thumbup: Die fehlende kannst du ja evtl. mal einzeln zum Bestimmen hier einstellen.

An Raubmilben glaub ich nach deiner Beschreibung eher weniger, zumal das Sonnenanbeter sind, welche sich kaum in Wohnungen verirren. Aber aus der Ferne und ohne Foto kann man dazu nicht viel sagen. Irgendwelche Insektenlarven vielleicht? Im Substrat ist allerdings normalerweise nicht gut... Springschwänze? Trauermücken?

Die Wollläuse selbst sollten schon "richtig" bekämpft werden. Mit einem Absammeln erwischt du die Eier nicht und der Spuk beginnt von vorne.

Abschließend muss ich dich leider noch bezüglich deines Substrates enttäuschen. Das Zeugs aus dem Baumarkt heißt nur Kakteenerde, weil es für Kakteen und andere Sukkulenten völlig ungeeignet ist. Solche Pflanzen wachsen in ariden Gegenden, wo Humus im Boden Mangelware ist. Die primären Substratbestandteile sollten also auf jeden Fall mineralisch sein, wie eben in der Heimat dieser Pflanzen auch. Aber sowas ist offenbar noch nicht bis zum kommerziellen Großhandel vorgedrungen.

Dann mal erfolgreiche Wolllausbekämpfung! Ist natürlich ein etwas ungeschickter Einstieg, wenn du gleich am Anfang von solchen Biestern belästigt wirst. Dem Regelfall entspricht dies nicht und ich hoffe mal schwer, dass dir die Läuse nicht die Lust an deinen Pflanzen rauben.

Viel Erfolg und liebe Grüße!

Shamrock (aka Matthias)


EDIT: Systemisch ist immer besser und bezüglich der Substratbewohner verdächtige ich mal Trauermückenlarven. Diese dürftest du nach einem Umstieg auf ein geeignetes, mineralisches Substrat auch wieder loswerden.
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969

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Samstag, 9. September 2017, 19:18

Das mit den Arten und der Bestimmung werde ich mir merken, danke!

Wenn ich so darüber nachdenke, dann klingt Trauermückenlarven recht logisch... Ich hatte vor etwa einer Woche ein paar Mücken im Zimmer, das heißt, dass die dann wahrscheinlich daher kommen? Soweit ich weiß hielten die sich recht gerne bei meinem Fensterbrett auf, aber das kann auch an den Carnivoren liegen, die nicht unweit stehen hmm...

Ich denke, ich werde dann mal einen Blick auf systemische Mittel werfen! Neem hat, wie gesagt, mein Interesse geweckt, weil es scheinbar sehr viele Schädlinge abdeckt. Ich hätte gerade das von Bayer im Auge.
Sollte ich die Schale eigentlich nach draußen unter eine Bedachung stellen? Ich könnte mir vorstellen, dass die kühlen Temperaturen gerade das Populationswachstum der Wollläuse ein wenig verlangsamen. Andererseits regnet es quasi non-stop und die Luftfeuchtigkeit ist entsprechend hoch...

Ohje, das mit dem Substrat wusste ich nicht, ich hatte es aus dem lokalen Gartencenter und dachte, dass es schon seine Richtigkeit hätte. Und jetzt liegt hier auch noch ein ganzer Sack rum. :/ Wie/Wo kommt man denn am besten an geeignetes Substrat ran?

Ansonsten nehmen die ungebetenen Gäste mir noch nichts an den Pflanzen weg, keine Sorge! Ich hoffe einfach, dass sich das mit euren Tipps in den Griff kriegen lässt, bevor größere Schäden entstehen, ich hab die hübschen Pflanzen schließlich gerade erst für mich entdeckt! :D

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Airedale« (9. September 2017, 19:44)


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Samstag, 9. September 2017, 20:10

Prinzipiell fällt es mir auch schwer die chemische Keule zu empfehlen, aber sie ist in solchen Fällen halt einfach nachhaltiger. Persönliche Erfahrungen mit Neem hab ich keine, aber wer keine Blätter und somit weniger Oberfläche hat und dann auch noch seine Stomata nur Nachts zur Photosynthese öffnet, der hat mit verklebten Atemlöchern sicher seine liebe Not...

Bei mir stehen noch alle Pflanzen draußen, aber halt regengeschützt (die Luftfeuchtigkeit ist das geringste Problem). Allgemein ist so ein Frischluftaufenthalt für Sukkulenten immer förderlich, aber ich denke du hast deine Schale ja primär auch zu Dekozwecken im Zimmer.
Klingt aber schon sehr nach Trauermücken im Substrat. Gar nicht gut! Doppelter Befall setzt den Armen schon zu. Wären deine Carnivoren mal etwas fleißiger gewesen.

Du kannst dir prinzipiell mineralisches Substrat selber mischen (Nachbars Dachziegel zermörsern, den Kindern Sand aus dem Sandkasten klauen, etc.) - aber wahrscheinlich ist es einfacher, wenn du bei einschlägigen Fachhändlern wie Haage, Uhlig und Co. sowie neuerdings auch VulkaTec googelst. In Verbindung mit den Schlagwörtern Kakteen und Substrat müsstest du eigentlich zu brauchbaren Treffern kommen.

Wünsche dir auf jeden Fall noch sehr viel Erfolg mit deinen Neuentdeckungen! :thumbup:
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969

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Sonntag, 10. September 2017, 10:32

unter Umständen können sie auch springen

Moin Airedale,
herzlich willkommen auch von mir!
Unter Umständen könnten es tatsächlich auch die Springschwänze sein, stark torfhaltiges Substrat ist quasi ihre Kinderstube und die wird vom Baumarkt/Gartencenter quasi gleich mit geliefert.
Das Grundlegende ist ja schon geschrieben worden, sorge nur dafür, dass Deine Schale einen vernünftigen Abzug im Boden hat, damit überschüssiges Wasser abfliessen kann, sonst hast Du immer wieder mit Feuchtigkeit-liebenden "Bewohnern" zu rechnen.
Beim Substratwechsel alle Wurzelbereiche intensiv mit lauwarmem Wasserstrahl reinigen, sonst geht das ganze wieder von vorne los. Obwohl irgendwann die verlustig gegangenen verrotteten Pflanzenreste(Torf-Humus) den "Biestern" auffallen und die Existenz entzogen ist. Manchmal aber sind dann die sukkulenten Wurzeln dran und das willst Du nicht.
Gutes Gelingen! :thumbsup:
Sukkulentenfieber ist eine schwere Krankheit! Wer sich infiziert hat, ist nicht zu retten!
Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom