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1

Mittwoch, 26. Oktober 2016, 15:03

Der Feind ist zurückgekehrt!

Erst mal hallo, ich bin wieder da ;)

Ich habe schon mal erwähnt, dass ich vor über 10 Jahre die Hälfte meiner Sammlung durch Wolllausbefall verloren habe. Das war in Zeiten, in denen ich extrem wenig Zeit hatte und die Sammlung einfach zu wenig beachtet wurde. Seitdem habe ich einen Riesenrespekt vor den Viechern X( X( .

Danach habe ich immer vorbeugend mit dem Wirkstoff Dimethoat gearbeitet und nie mehr als hier und da mal eine Wollaus gesehen. Dieses Jahr dachte ich mir leisten zu können, diese Vorbeugung auszulassen, noch nicht ahnend,wie wenig Zeit ich dieses Jahr haben würde. Anfang August hatte ich dann erste Anzeichen gesehen, war danach aber länger weg - als ich dann Mitte September genauer schaute, waren vor allem die pectinate Echinocereen stark befallen. Das Problem bei denen ist, dass es nahezu unmöglich ist, die Wolläuse mechanisch zu entfernen. Ein Wasserstrahl schafft das nicht, und mit Werkzeugen kommst du einfach nicht ran.... Ich habe dann die ganze Sammlung 2 mal mit Systemgift gegossen und alles eingeräumt, um danach wieder für 5 Wochen zu verschwinden. Letztes Wochenende bei Rückkehr bin ich dann ziemlich erschrocken - bei einigen Pflanzen war der Befall schlimm.

Die Behandlung hat vielleicht teilweise gewirkt - aber für die betroffenen Pflanzen sah es nicht besser aus. Diese 2 Exemplare (Ecc viridiflorus, M. marksianus) habe ich z.B. weggeworfen (sorry, 1. Bild ist nicht recht scharf):


Meine größte Sorge sind die pectinate Ecc's (pectinatus, rigidissimus, dasyacanthus, ..), wovon ich insgesamt ca 50 Exemplare habe. Gestern habe ich dann angefangen diese in eine Dimethoat-Lösung zu versenken:


Ich weiß, den ausgewachsenen Tieren macht das gar nichts aus, durch die wachsartige Oberfläche schwimmen sie fröhlich in einer Giftlösung weiter, aber schaden tut es auch nicht, also die ganze Pflanze unter Wasser :S . Die am schlimmsten befallenen Pflanzen bekamen dann diese Behandlung:


Neben den Ecc's sind auch einige weißbewollte Mammillarien betroffen - auch hier, mechanische Entfernung fast unmöglich. Hoffe die Giftbehandlung wirkt trotzdem... Habe die betroffenen Pflanzen jedenfalls isoliert und auf die Bühne gestellt. Jetzt wird die ganze Sammlung in den nächsten Wochen akribisch kontrolliert und Schalen und Töpfe gesäubert. In der Erde sehe ich keinen Befall, darum verzichte ich momentan noch darauf das ganze Substrat zu entfernen. Das wäre auch eine Mammutaufgabe ;(


Wodurch ist das Ganze jetzt entstanden??? Keine Ahnung! Das Komische ist, dass die am meisten betroffenen Pflanzen draußen standen, im GWH war der Befall um einiges geringer. Die Ecc's sind ja Frühlingsblüher und werden nach der Blüte nicht groß beachtet - sie stehen dann auch an einer Stelle, die keine freie Sicht auf die Pflanzen erlaubt. Auch sind es nur einige schlimm betroffenen Gattungen, die ganzen Sulcos, die direkt daneben standen, waren fast nicht betroffen. Jedenfalls wird in den nächsten Jahren wieder vorgebeugt...

Ich werde weiter berichten.

2

Mittwoch, 26. Oktober 2016, 15:18

Erst mal hallo, ich bin wieder da

...klasse, ich freue mich!!
Diese 2 Exemplare (Ecc viridiflorus, M. marksianus) habe ich z.B. weggeworfen

... ;(
Ich weiß, den ausgewachsenen Tieren macht das gar nichts aus, durch die wachsartige Oberfläche schwimmen sie fröhlich in einer Giftlösung weiter,

...da muß dringend Spülmittel mit rein, richtig schaumig muß die Brühe werden, das löst die Wachsschicht auf und das Dimethoat kann eindringen! Temperatur um die 50-55 Grad für 5 Min. hilft enorm, da dadurch auch noch das Zelleiweiß gerinnt. :thumbup:
Sukkulentenfieber ist eine schwere Krankheit! Wer sich infiziert hat, ist nicht zu retten!
Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

3

Mittwoch, 26. Oktober 2016, 15:54

Danke, probiere ich aus!

4

Mittwoch, 26. Oktober 2016, 16:13

eine Nachfrage:


da dadurch auch noch das Zelleiweiß gerinnt. :thumbup:


das Zelleiweiß der Tiere oder das der Pflanzen? Und, was bewirkt das Ganze?
grüsse
michael

5

Mittwoch, 26. Oktober 2016, 17:22

Mit dem Spülmittel hat Thomas völlig recht, unbedingt dazu.
Ich habe auch gute Erfahrungen mit Calypso (Thiacloprid) gemacht.
Es haben zwar nicht alle Pflanzen das Bad darin unbeschadet überstanden, aber die Läuse waren hinüber.
Ein regelmässiger Wechsel der Chemikalien beugt Resistenzen vor und unbedingt nach ca. 10 Tagen die Behandlung wiederholen!

Grüße
Marco

6

Mittwoch, 26. Oktober 2016, 19:50

Hallo ihr Lieben!

Ich hoffe du wirst die Wolllausplage bald wieder los :(
Ich habe schon oft gesehen, dass Wollläuse mit einer Mischung aus Isopropanol, Wasser und etwas Spüli behandelt wurden.
Dabei sprüht man die Pflanze von oben bis unten mit dieser Lösung ein, die Wurzeln werden ausgelassen, aber es muss sichergestellt werden, dass sich dort keine verstecken.

Viele schwören darauf! (Quelle Youtube: "Mealybug" , es gibt eine Menge Videos zum Thema)

Ich selbst musste dies (zum Glück) noch nicht ausprobieren, daher habe ich keine Ahnung wie gut das wirkt.
Ist vielleicht eine nette Alternative, wenn man keine Insektizide verwenden möchte.

Liebe Grüße und einen schönen Abend an alle!

7

Mittwoch, 26. Oktober 2016, 20:49

Und, was bewirkt das Ganze?

....eine leider schon verstorbene Kakteenfreundin(und Biologin) hat mir das vor etlichen Jahren mal praktisch vorgeführt und auch erklärt.
Die Seifenlösung(Spüli) löst den Wachs-Fett-Schutz um die Läuse auf und macht die Epidermis angreifbar.
Im Gegensatz zu anderen Lebenwesen, gerinnen einige Eiweißbausteine bei Insekten schon bei 53-55 Grad, die Lebensfunktionen können dadurch nicht aufrecht gehalten werden und die Viecher sterben ab. Die Begrenzung auf 5 Minuten soll die Pflanzenepidermis vor Hitzeschäden schützen.
Am besten ist es, nach dem Bad jede Pflanze sofort lauwarm abzuspülen, nicht kalt, das wäre ein Temperaturschock!!!
Sukkulentenfieber ist eine schwere Krankheit! Wer sich infiziert hat, ist nicht zu retten!
Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

8

Mittwoch, 26. Oktober 2016, 22:25

Fünf Minuten reichen allerdings nicht, um die Wollläuse bei der Warmwassermethode zu vernichten. Michael, guck mal hier, Punkt VI: http://home.arcor.de/kokert/arti_gym.htm

Mensch Anton, du Armer! Ich fühle und leide mit dir! Die haben hinterhältig, feige und gemein deine Abwesenheit genutzt. Allerdings wirklich verwunderlich, dass die Freilandkakteen primär befallen wurden und nicht die im GWH. Seltsam! Als ob im Garten nicht deutlich besseres Futter für Wollläuse zu finden wäre.
Ich drück die Daumen und wünsche gutes Gelingen!
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


9

Mittwoch, 26. Oktober 2016, 22:33

Fünf Minuten reichen allerdings nicht

.....hab zwar schon seit ewigen Zeiten keine Viecher gehabt, aber zu der Zeit, als Madame mir das so gezeigt hat, habe ich das nach 14 Tagen noch einmal wiederholt, wegen des Nachwuchses der durch versteckte Eier nachgeschlüpft hätte sein können, danach war Ende mit Schädlingsbefall!! Hat prima hingehauen. :thumbup:
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Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

10

Mittwoch, 26. Oktober 2016, 22:55

Okay, Danke für die Infos. Das mit dem Spüli war mir bekannt, ein Bad meiner geschätzt 3000-4000 Pflanzen ist eher illusorisch.
grüsse
michael

11

Mittwoch, 26. Oktober 2016, 22:59

Antons Sammlung ist auch nicht gerade klein...: Antons neue Sommerquartier!
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


12

Mittwoch, 26. Oktober 2016, 23:07

3000-4000 Pflanzen

.....hast Du ein derart großes Problem oder war das nur Wissensdurst? 8o
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Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

13

Donnerstag, 27. Oktober 2016, 07:18

3000-4000 Pflanzen

.....hast Du ein derart großes Problem oder war das nur Wissensdurst? 8o


Eher das zweite, aber ich hab regelmäßig rote Spinne bei mir, das ist nervend.
grüsse
michael

14

Donnerstag, 27. Oktober 2016, 08:06

Ich gieße im Frühjahr und im Herbst jeweils einmal Rogor, seit dem habe ich, wie oben erwähnt, keine "Viecher" mehr.
Allerdings, ich habe kein GWH, sondern nur Frühbeete und Gartenfreiland.
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Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

15

Donnerstag, 27. Oktober 2016, 10:55

Danke für die Infos - wenn die Pflanzen wieder trocken sind und keine Besserung aufgetreten ist, werde ich mal schauen, dass ich es mit einer der gezeigten Methoden weiter versuche.

16

Donnerstag, 27. Oktober 2016, 15:58

Was mich aber, durch Shamrock's Bemerkung motiviert, interessiert, taucht Anton seine komplette Sammlung? Bei der Größe der Sammlung wäre das sehr "sportlich".
grüsse
michael

17

Donnerstag, 27. Oktober 2016, 16:11

"sportlich"

....man muß ja fit bleiben! ;)
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Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

18

Samstag, 29. Oktober 2016, 09:59

Ich halte mich schon für sportlich, aber die ganze Sammlung (ca 2500 Pflanzen) werde ich trotzdem erst mal nicht tauchen :S . Wäre übrigens weniger eine sportliche Leistung als eine Geduldsprobe, glaube ich.

In den letzten Tagen habe ich viele Schalen inspiziert und große Teile der Sammlung sind jedenfalls optisch in Ordnung. Die lasse ich jetzt erst mal in Ruhe. Eindeutig betroffene Pflanzen (ca 100) hatte ich in September schon isoliert. Ich hoffe mit einem blauen Auge davonzukommen :)

19

Samstag, 29. Oktober 2016, 10:08

Ich hoffe mit einem blauen Auge davonzukommen

Daumen bleiben gedrückt! :thumbsup:
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Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

20

Donnerstag, 8. Dezember 2016, 14:47

Kurzes Update von meinen Wollausproblemen. Mittlerweile habe ich die gesamte Sammlung inspiziert, jeden einzelnen Topf in der Hand gehabt. Zum Glück ist das Ganze noch überschaubar: ca. 30 Pflanzen waren massiv betroffen und noch mal ca. 30 weniger. Die Letzteren sind gesäubert, mit Chemie gegossen worden und stehen wieder in der Sammlung.

Den massiv Betroffenen bin ich zu Leibe gegangen mit Brennspiritus und Schmierseife. Schmierseife aufgelöst in Wasser, Spiritus dazu und dann die ganze Pflanze inklusive Substrat eingetaucht: .

Ca. 5 Minuten unter Wasser bei 50-55 Grad: .


Das ist jetzt einige Wochen her; habe dann die Pflanzen weggestellt. Leider in einen ziemlich hohen Behälter und da kam wohl nicht ausreichend Luft hin. Bei den meisten war dann das Substrat komplett mit Schimmelpilz überzogen: .

Habe jetzt das Substrat dann auch weitgehend entfernt und werde sie in nächster Zeit nochmals behandeln. Im Substrat sehe ich aber keinen Befall.So sieht es momentan aus:


Aber nicht bei allen Pflanzen sind die Mistviecher wirklich weg. Es gibt immer noch ca 10 Pflanzen, auf denen sie überlebt haben, z.B. hier:


Alle massiv Betroffenen bleiben erst mal in Quarantäne!

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