Aussaat madagassischer Euphorbien

  • Anfang Juni erfolgte die erste Aussaat. Ich brachte drei Samen von E. sp. aff. alfredii und einen Samen von E. labatii aufs Substrat. Die Temperatur bewegte sich zu dieser Zeit zwischen 26 und 27 Grad. Kurz darauf wurde es kälter. Vier Tage nach der Aussaat keimte der erste Samen von E. sp. aff. alfredii, acht Tage danach der zweite Samen dieser Pflanze. Der dritte Samen keimte nicht. Der Samen von E. labatii keimte zunächst. Dann blähte er sich stark auf und verging. Es kann sein, daß E. labatii selbststeril ist.

    Ich pflege zwei Exemplare, die ich unter dem Namen E. sp. aff. moratii Lawant erworben habe. Ich vermutete damals, daß meine Pflanzen zwei verschiedene Varianten sein könnten. Diese Vermutung bestätigten indirekt die Samen von beiden Pflanzen. Die eine Pflanze produziert kleine rundliche Samen, die andere etwas größere und länglich geformte Samen. Anfang Juni säte ich drei größere Samen von E. sp. aff. moratii Lawant in dem Topf aus, wo sich die Keimlinge von E. sp. aff. alfredii befinden. Diese Samen keimten im Zeitraum von vier bis zehn Tagen. Zwei von ihnen keimten bei einer Temperatur von 24,5 Grad und der Dritte im Bunde bei 25 Grad.

    12.06.24 (zwei E. sp. aff. alfredii und eine E. sp. aff.. moratii Lawant)

    23.06.24 (zwei E. sp. aff. alfredii und drei E. sp. aff.. moratii Lawant)

    Als die Temperaturen in meiner Wohnung Ende Juni 27-28 Grad erreichten, säte ich in demselben Topf drei Samen von E. begardii und drei weitere Samen aus, die auf dem Fensterbrett gefunden habe. Binnen einer Woche keimten neben den Samen unbekannter Herkunft zwei Samen von E. begardii.

    07.07.24 (am unteren Topfrand zwei E. begardii dicht beeinander, bedrängt von einer unbekannten größeren, stammbildenden Art, welche ich später als eine kleine E. lophogona identifizieren konnte; daneben entwickelten sich an anderen Stellen zwei schnellwüchsige, stammbildende Madagassen, vermutlich E. neohumbertii-Nachkommen)

    In dem Topf säte ich keine weiteren Samen aus. Es kamen keine neuen Kleinen hinzu. Die folgenden Fotos dokumentieren die Entwicklung des Besatzes.

    20.07.24 (Im Vordergrund ist gut der Keimling von meiner breitblättrigen E. lophogona zu sehen)

    23.07.24 (Dieses Foto dokumentiert die Lichtverhältnisse am Vormittag.)

  • Äh, wie entsorgt man Samen wegen eines zwischenzeitlichen Anrufs im Müll?! Oje. Jetzt müssen sich halt die verbliebenen 6 umso mehr ins Zeug legen.

    "Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969

  • Wo ist jetzt dieser Smiley, der sich mit beiden Händen die Augen zuhält?

    "Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969

  • Ende Juni nutzte ich die höheren Tempraturen in meiner Wohnung und bestückte drei weitere Töpfe mit Samen. Beim Topf Nummer zwei probierte ich etwas Neues aus. Ich füllte ihn zunächst mit Aussaaterde von Haage auf (humushaltiges Substrat). Dann brachte ich sechs Samen von E. aureoviridiflora und sechs Samen von E. ankarensis (gelblich-grüne Blüte) räumlich separiert aufs Substrat. Und darüber schichtete ich noch ein wenig mineralisches Substrat (Bims, Zeolith). Danach goß ich. Ich bereue meine Aussaatstrategie nicht. Die Samen beider Arten (Ernte 2024) keimten flott, die ersten im Zeitraum von vier bis acht Tagen, die letzten binnen zwei Wochen. Nur ein E. ankarensis-Samen keimte nicht. Die Samen wurden beim von-oben-Gießen im Topf nicht hin und her geschwemmt. Nun wachsen die Keimlinge beider Arten wohlgeordnet.

    05.07.24

    07.07.24

    12.07.24

    20.07.24 (im Vordergrund, teils mit rötlichen Stämmchen, stehen sechs E. aureoviridiflora, im Hintergrund fünf E. ankarensis-Pflänzchen)

  • Das Resultat kann sich doch absolut sehen lassen.

    Was heißt "ein wenig"? Kam noch genügend Licht an die Samen? Ja, genug für die Keimung sieht man ja, aber in der Praxis heißt das?

    "Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969

  • Hallo Norbert,

    Ich konnte insgesamt fünf Samen finden und brachte sie kurz darauf aufs Substrat. Doch leider hat sich später herausgestellt, daß diese Samen von anderen Pflanzen stammen.

    .. das klingt nach Samenlotterie, spannend aber manchmal auch ernüchternd. Euphorbien scheinen da etwas herausfordernd zu sein, wenn sie ihre Samen verschiessen.

    Beste Grüße

    Ingo

  • Im Topf Nummer drei brachte ich zunächst sechs Samen aufs Substrat: drei von E. lophogona und drei von E. leuconeura (rot). Ein paar Tage später gab ich noch zwei Samen, die ich auf dem Fensterbrett gefunden hatte, hinzu. Zwei E. lophogona-Samen keimten vier Tage nach der Aussaat. Der Dritte nach ungefähr sieben Tagen. Das ist neu für mich. Die Samen anderer E. lophogona-Varianten lassen sich viel Zeit für die Keimung.

    Die E. leuconeura (rot)-Samen keimten bis zum heutigen Tag nicht. Hingegen keimten die gefundenen Samen binnen einer Woche. Ein Keimling entpuppte sich als Kind von E. lophogona. Den anderen Keimling kann ich noch nicht zuordnen. Hätte ich bei Topf Nr. 3 das Aussaatverfahren von Topf Nr. 2 angewendet, würden die Kleinen heute nicht gedrängt in einer Ecke beieinanderstehen. :huh:

    07.07.24

    14.07.24

    20.07.24



    Was heißt "ein wenig"? Kam noch genügend Licht an die Samen? Ja, genug für die Keimung sieht man ja, aber in der Praxis heißt das?

    Nun, ich habe die Menge nicht gemessen. Ich nahm das mineralische Substrat in die Hand und ließ es solange gleichmäßig auf das humose Substrat gut verteilt rieseln bis das humose Substrat nicht mehr zu sehen war. Ich schätze, daß die entstandene mineralische Schicht eine Dicke von etwa drei bis fünf mm hat.

    Einmal editiert, zuletzt von Norberto (27. Juli 2024 um 21:38) aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Norberto mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Artbestimmung anhand des Samens ist natürlich nicht drin, aber kann man den einzelnen Körnern im Zweifelsfall überhaupt irgendeinen Unterschied ansehen?

    Ich dachte eigentlich eher wieviel Licht noch an die Samenkörner unter ihrer mineralischen Schicht kam.

    "Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969

  • E. suzannae marnierae am 28.12.2024

    20 Samenkörner

    Erste Samen keimen bereits nach 4 Tagen :

    Desweiteren habe ich am 28.12.2024

    sechs Samenkörner von E. cap-saintemariensis sowie sechs St. E. ramena (geerntet aus eig. Anbau) ausgesät. Ein Auskeimen dieser beiden Arten steht derzeit noch aus.

    Die Aussaat steht unter Kunstlicht bei 25 Grad (nachts) und etwa 30 Grad tagsüber.

    Einmal editiert, zuletzt von Pachypod (1. Januar 2025 um 19:33)

  • Update 04.01.2025:

    E. ambovombensis (Aussaat 28.12.2024) :

    Von 20 Samenkörnern lassen sich nach 1 Woche 11 Keimlinge zählen (Quote 55%)

    E. suzannae marnierae (Aussaat 28.12.2024) :

    Von 20 Samenkörnern lassen sich nach 1 Woche 10 Keimlinge zählen (Quote 50%)

    E. cap-saintemariensis (Aussaat 28.12.2024)Von 5 Samenkörnern gibt es nach 1 Woche

    1 Keimling (Quote 20%)

    E. ramena aus eigenem Anbau (Aussaat 28.12.2024) Von 4 Samenkörnern gibt es nach 1 Woche 4 Keimlinge (Quote 100% !)

    E. ramena: 7 weitere Samenkörner geerntet am 30.12.2024 und 03.01.2025.



  • Pachypod : deine Anzucht scheint ja nicht in nem Mini-GWH o.ä. zu stehen. Meine "Stecknadelköpfe" sind jetzt knapp nen Monat alt, würdest du die schon aus dem Zimmer-GWH nehmen? Und sie haben ne Lampe drüber, soll ich das noch so lassen oder allmählich umstellen auf reines Tageslicht und runter auf ca 22 Grad? :/

    Da bin ich immer hin- und hergerissen zwischen "möglichst gute Bedingungen zum anwachsen" und "zu nass, zu warm".....

    LG Ulle

    Behandle die Schöpfung mit Respekt und deine Mitmenschen so, wie du behandelt werden willst

  • Meine Aussaaten habe ich in einem beheizten ZGH bei 28-30 Grad Tagestemperatur. Das Thermometer fällt in der Nacht auf 24 Grad ab, da die beiden LED-Lichtleisten abgeschaltet sind. Sie leuchten etwa 14 Stunden am Tag. Das ZGH ist eigentlich sehr gut belüftet, da ich es nicht vollständig schließe und außerdem die Lüftungsschlitze am Deckel immer offen halte.

    Ich säe vorrangig im Winter aus, da es zu dieser Jahreszeit i.d.R. keine Trauermücken gibt (jedenfalls bei uns). Die Pflänzchen bekommen ausreichend Zeit, sich zu entwickeln. Ich werde dann langsam die Menge des Gießwassers reduzieren, um sie an längere Trockenheitszeiten zu gewöhnen, sprich den Gießrythmus ausdehnen.

    Je nach Entwicklung halte ich sie im ZGH bis Februar, vielleicht auch ein wenig länger. Im Frühling kommen sie bei zunehmender Außentemperatur + Sonnenscheindauer ans Fenster und werden pflegetechnisch mehr und mehr wie adulte Pflanzen behandelt, also auch vorsichtig gedüngt. Während der Zeit im ZGH verwende ich ausschließlich Kranwasser ohne Dünger zum Sprühen bzw. Gießen, später dann ab Frühling verwende ich Regenwasser+Dünger.

    Ich würde Dir auf jeden Fall raten, Deine Sämlinge noch eine Weile im ZGH zu kultivieren und sie dort mit der Zeit an zunehmende Trockenzeiten zu gewöhnen.

  • Nachtrag:

    Ein zusätzlicher Grund warum ich die Keimlinge noch bis (vielleicht Ende) Februar im ZGH kultiviere, ist das Licht. Wenn ich sie jetzt schon heraus nähme, dann würde das geringe Tageslicht nur spärliches Wachstum bewirken (Geilwuchs).

  • Update 09.01.2025:

    E. ambovombensis (Aussaat 28.12.2024) :

    Von 20 Samenkörnern lassen sich nach beinahe 2 Wochen 12 Keimlinge zählen

    (Quote 60%):…………

    E. suzannae marnierae (Aussaat 28.12.2024) :

    Von 20 Samenkörnern lassen sich nach beinahe Wochen 14 Keimlinge zählen (Quote 70%):

    E. cap-saintemariensis (Aussaat 28.12.2024) Von 5 Samenkörnern gibt es nach beinahe 2 Wochen

    5 Keimlinge (Quote 100%):

    E. ramena aus eigenem Anbau (Aussaat 28.12.2024) : 4/4 =100%