Adenium Kulturfragen

  • Hallo ein Hinweis für die, die es noch nicht wissen und speziell für Adenium. Die meisten wissen das. Adenium kann zum Faulen neigen wenn z.b das Substrat wenig durchlässig ist, zu viel gegosssen wurde und gleichzeitig das Wetter umspringt zu niedrigeren Temperaturen. Wenn zusätzlich kürzlich vorher gedüngt wurde beschleunigt das den Prozess noch. Adenium mag nur sehr schwach konzentrierte Dünger. Nicht über 300 microsiemens würde ich empfehlen. Aber etwas kann man auch zusätzlich betrachten. Je kleiner der Topf desto weniger fault es, weil der kleine Topf sehr viel schneller abtrocknet. Man kann den Topf so klein wählen, daß nur ein 3cm Substrat um den Caudex liegt und man erst wieder umtopft wenn die Pflanze bereits den Topf verformt. Ein kleiner Topf erwärmt sich schneller. In unseren Breiten ist das erwünscht. Messungen am Naturstandort auf dem Substrat ergeben Temperaturen, die wir uns hier nicht vorstellen können. Mehr als 50 Grad.


    Ich hatte dieses Jahr meine Euphorbia cylindrifolia ssp.tubifera an einen sehr heißen Ort (Maximum 52 Grad Celsius) gestellt. Merkwürdigerweise hat sie in der Hitzephase angefangen die vorher horizontalen Triebe aufrecht zu stellen und wächst freudig weiter. Im allgemeinen kann man sagen, daß Proteine ab 50 Grad zur Denaturierung neigen. Aber Sukkulenten und Kakteen haben da sicher hitzeverträglichere Proteine und von thermophilen Lebeweisen weiß man ja, daß bis zu 80 Grad vertragen werden können.


    Zurück zum Thema. Ich empfehle, für Adenium möglichst kleine Töpfe zu wählen. Ein kleiner Topf ermöglicht auch mehr nährstoffreiches humöses Substrat zu verwenden, weil es ja schneller abtrocknen kann.
    Zusätzlich hat man den Vorteil, man kann öfters gießen bei Bedarf, weil man das Risiko reduziert hat, daß man z.b. am Montag gießt und am Dienstag wirds kalt und man hat dann lange ein feuchtes Substrat.

  • Danke für den Erfahrungsbericht!
    Bisher hab ich relativ große Töpfe und insbesondere bei Hitze sehr großzügiges Gießen gehandhabt. Beschwert hat sich auch nie eine Adenia. Da das Verbreitungsgebiet aber sowohl halbwegs aride Gegenden wie auch Gegenden mit reichlich Niederschlägen während der Regenzeit umfasst, bin ich mir auch nicht so sicher, ob man hier die Kulturbedingungen überhaupt pauschalisieren kann.

    "Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969

  • Da hast sicher recht. Das Spektrum an Bedingungen, die die vertragen können, ist groß. Ich habe z.b. einige in den Tropen auf meiner Terrasse stehen. Dort regnet es im Sommer gewaltig. Die Töpfe habe ich dort sehr groß gewählt damit ich nicht ständig umtopfen muß und weil der Standort / Terrasse / Steinboden "affenartig" heiß wird wenn da die Sonne draufbrennt. Meist ist es dort so, daß nach einem heftigen Regenschauer die Töpfe durchdringend nass sind. Während des Regens steht sogar das Wasser auf der Oberfläche. Kurz nach dem Regen kann die Lufttemperatur im Sommer immer noch über 30 Grad haben und die Sonne kommt schnell wieder, eine / einige Stunden später, dann ist die Oberfläche der Erde in den Töpfen schon wieder leicht angetrocknet, weil ja auch zusätzlich ein Luftbewegung da ist. Unter diesen Bedingungen bei ca 40 Grad und höher auf dem Steinboden in der prallen Sonne und bei Temperaturen in der Nacht auf dem Terrassenboden von 36 Grad im Sommer (durchaus möglich und von mir gemessen) habe ich mir noch nie über die Topfgröße Gedanken gemacht und habe kleine Töpfe eher weniger im Einsatz.


    Das mit der Topfgröße habe ich für Deutschland empfohlen. Hier will ich nicht ständig über die Pflege nachdenken sondern versuche an allen Stellschrauben zu drehen um die Pflege / Risiko so klein wie möglich zu halten, damit die Töpfe auch mal längere Zeit alleine gelassen werden können.

  • Und ich bin sowieso zu blöd zum Lesen. Statt bei Adenium bin ich geistig bei Adenia gelandet. Wunschdenken? Bei Adenium kann ich sowieso nicht mitreden.
    Dafür sehen die kleinen großen Dorstenien aber richtig gut aus! :thumbup:

    "Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969

  • Klar, insbesondere in der Aussaat sind sie auch sehr beliebt, weil auch vergleichsweise schnell was vorwärts geht, aber mich persönlich jucken irgendwie diese Wüstenrosen gar nicht. Ich seh sie immer bei der Verwandtschaft im Bad blühen und das reicht mir. ;)

    "Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969

  • Hat zwar nichts mit Wüstenrosen zu tun,aber ich dachte du möchtest vielleicht mal sehen was aus deinen kleinen D. gigas Sämlingen geworden ist.
    Habe sie alle gut über den Winter bekommen und haben sich auch etwas entwickelt.

    Sehr schön, daß die sich entwickeln. Du hast auch ein gutes durchlässiges Bimssubstrat im Topf sehe ich.

  • Wenn man bei Google Adenium arabicum in der Bildersuche eingibt, dann sehe zumindest ich, daß die meisten Töpfe sehr klein gewählt sind. Besonders sehe man sich die schöneren und älteren Schaupflanzenfotos an, weil da kann man davon ausgehen, daß die Halter es richtig gemacht haben und die sitzen meistens in kleinen Töpfen und Schalen. Für deutsche Haltung mit einem Wetter, das in längere feuchte und kühlere Zeiten umschlagen kann, sind extra klein gewählte Töpfe m.E. eine gute zusätzliche Absicherung gegen Fäulnis, wie bereits beschrieben. Diesen Hinweis habe ich hier nur nochmal eingestellt um diese interessante Feststellung bei der Bildersuche zu betonen.

  • Hallo Leute,


    bin neu hier und würde mal gern eure Meinung zu meinen selbst gezogenen Wüstenrose hören. Ich hab die 3 im März gesät. Sie sind auch zügig gewachsen, so dass ich sie kürzlich umtopfen musste und in die Fensterbank gestellt habe. Nun haben 2 Verfärbungen an den Blättern, vor allem die größte macht mir Sorgen, da sie ja am stabilsten sein sollte. Ein Düngermangel kann ich ausschließen, da ich sie erst umgetopft habe (Kakteenerde+1/3 Sand), eine Drainageschicht ist auch unten enthalten, so dass Staunässe auszuschließen ist. Eine Idee war noch zu kalkhaltiges Wasser, aber das hat die Kleinen in der Zeit vor dem Umtopfen auch nicht gestört. Die letzte Idee, die ich habe, wäre noch zu starkes Sonnenlicht. Durch den Platz am Fensterbrett bekommen sie momentan ganz schön was ab. Aber warum verfärben sich dann nur 2 von 3? Wo eigentlich die größte am stärksten sein sollte?(
    Würde mich über Meinungen und Tipps von euch freuen ^^

  • Hallo Grünemedizin,


    herzlich Willkommen hier bei uns!


    Kommt darauf an wie die Kleinen vor dem Umzug standen. Wahrscheinlich war die Umstellung von wenig auf 100 etwas zu heftig. Etwas Schattieren am Anfang hätte nicht geschadet. Zudem noch Stauhitze hinter geschlossenem Fenster...


    Aber solange die Schäden so punktuell sind und nicht zunehmen, würde ich mir keine großen Sorgen machen.
    Die dritte Pflanze hat wahrscheinlich weniger abbekommen oder kann besser damit umgehen.


    Gutes Gelingen und noch viel Spaß hier - Shamrock (aka Matthias)

    "Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969

  • Vielen Dank für die schnelle Antwort!
    Die kleinen wurden unter LED aufgezogen (Mini-Gewächshaus eig. für Küchenkräuter :D )
    Das Fenster ist tagsüber immer angeklappt.
    Das vertrocknen der Blattspitzen schreitet durchaus schnell voran. Ich möchte nur sicher gehen ob es auch wirklich daran liegt und es etwas bringt sie jetzt noch schattig zu stellen.
    Würden bei zu starker Sonne nicht erstmal die neuen/kleinen Triebe verbrennen?

  • Würden bei zu starker Sonne nicht erstmal die neuen/kleinen Triebe verbrennen?

    Normalerweise ja, aber gerade die alten Blätter waren in dem Fall bisher nur LED-Licht gewohnt... Schwierig...


    Kommen neue Blätter dazu oder beschränkt sich das fortschreitende Vertrocknen auf die bereits geschädigten Blätter?


    Ich würde jetzt erstmal etwas Schattieren, gerade während der Hitzewelle. Eventuell die Wassergaben etwas hochfahren, gut im Auge behalten und Abwarten.

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  • Der Killer Nummer 1 bei Adenium ist zu viel Wasser. Die berühmt, berüchtigte Staunässe vertragen sie schlecht. Starke Hitze (Sonnenbrand) führt vielleicht zum Abwurf einiger/der Blätter, ist aber nicht tragisch. Es werden dann schnell wieder neue gebildet. Die Umstellung von LED auf natürliches Licht muss so eine kleine Pflanze erst einmal verkraften. Was ich an Schäden auf deinen kleinen Fotos sehen kann, ist nicht der Rede wert. Alles gut - viel Erfolg weiterhin.

  • Hallo, an einem älteren Adenium obesum habe ich Blätter, die zuerst an den Blattspitzen braun werden und dann Gelb werden und abfallen. Die anderen Adenium obesum haben das nicht. Beiliegend ein Foto. Da denkt man zuerst an einen Stickstoff, Phosphor oder Eisenmangel ? Erde ist gut und durchlässig und rein mineralisch (Bims,Lava,Zeolith). Überdüngt sind die nicht. Zu nass auch nicht. Fehlt nur ein bisserl mehr Sonne aber wo fehlt die nicht. Gedüngt wird mit 100-400 μS/cm. Also nicht zuviel. Das Untersetzerwasser liegt bei ca 150 μS/cm. Magnesium, Kupfer, Schwefel und Molybdänmangel machen ja auch gelbe Blätter. Ich tippe eher auf Phosphor/Stickstoff Mangel. Manganmangel macht ja eher Grün/Gelbes Mosaik.


    Gibts hier einen Pflanzenflüsterer, der weiß was die gelben Blätter mir sagen wollen. ? Danke.



  • Hallo,

    Auf den ersten Blick hätte ich auf ein Wasserproblem getippt, aber das kannst du ja ausschließen.

    Dann könnte es ein Kaliummangel sein. Kalium reguliert unter anderem den Wasserhaushalt in der Pflanze. Hier passt die Symptomatik ganz gut


    Liebe Grüße

    Tobi

    Einmal editiert, zuletzt von Tobi F ()

  • Guten Morgen liebe PflanzenfreundInnen,


    die Veränderungen an den gezeigten Blätter legen eine Pilzerkrankung nahe.

    Entsprechende Reaktion / Behandlung ergeben sich. . .



    Herzliche Grüße


    K.W.

  • Habe in meinen alten Uniunterlagen nachgeschaut:

    Kaliummangel führt häufig am Anfang zu braunen blatträndern, anschließend verfärben sich Blätter und fallen ab.

    Häufig kommt es zur Welketracht aufgrund des gestörten Wasserhaushaltes. Adenium hat recht harte Blätter, also weiß ich nicht ob die dann so schlaff werden.

    Kalium ist wichtig für die Widerstandskraft von Pflanzen, weshalb sie beim Mangel anfällig gegenüber Pilzkrankheiten sind (falls man hier einen Pilz hat, was für mich aktuell aber nicht danach aussieht).

    Vorallem in der generativen Phase ist der Bedarf an Kalium hoch. Da Adenium ja jetzt Blüten ansetzt, würde der Zeitpunkt ja passen.

  • Hallo allerseits,

    ich hätte da mal 'ne Frage.

    Wie überwintert man am besten Sämlinge (circa 2-3 cm hoch) von Adenium obesum? Trocken, nicht ganz trocken, welche Temperatur?