Basellaceae (Basellgewächse) - Anrederea und Basella

Guten Morgen Gast. Schön, dass Sie mal hereinschauen! Einen angenehmen Aufenthalt wünscht das "Sukkulentenforum"-Team.
  • Hallo allerseits,


    pflegt hier zufällig jemand sukkulente Basellgewächse? Die Suchfunktion spuckt keinen einzigen Treffer aus! Fast alle rund 20 Arten aus dieser vier Gattungen umfassenden Familie sind doch mehr oder weniger sukkulent.


    Ich bin kürzlich drüber gestolpert, da ich von einem Bekannten eine kleine Knolle bekam. Der zarte grüne Trieb ist leider auf dem Postweg abgebrochen. Ich hab die Knolle eingetopft, relativ großzügig gegossen und es hat eine ganze Weile gedauert, bis neues Grün kam. Draußen auf dem Balkon ging gar nix vorwärts, dann hab ich das Knöllchen erstmal in die warme Wohnung geholt - schon ging´s schneller. Seit der großen Hitze hab ich das Teil nun zu den Kürbissen in den Garten gepflanzt und ab geht die Post. Jetzt erkennt man auch wenigstens was... Sicher bin ich mir nicht, aber nach meinen Recherchen tippe ich mal auf Anredera cordifolia:


    Müsste im Herbst blühen, aber ob ich das jetzt noch bis dahin zum Blühen bekomm? Neben der Knolle sind definitiv auch die Blätter leicht sukkulent und überraschenderweise bekommt man die Art im Internet relativ leicht bei irgendwelchen Gemüsehändlern. Sowohl Blätter wie auch Knollen sind nämlich essbar...


    Angefixt hab ich mich dann mal etwas mehr mit der Familie befasst und auch gleich noch Samen von Basella rubra bestellt - im Internet gängig als Indischer Spinat. Da sieht man auf den Fotos im Internet sofort, dass eindeutig die Stängel unübersehbar sukkulent sind. Allerdings befürchte ich auch in dem Fall, dass jetzt Mitte Juni der Sommer nicht mehr von der Aussaat bis zu den Blüten reichen wird. Notfalls dann ein neuer Versuch im nächsten Jahr.


    Etwas überraschend, dass man bei Sukkulentenanhängern nie was über diese Pflanzen liest. Die machen sich doch sicher in jedem Garten gut, wenn man sie auch essen kann! Würde mich mal interessieren, ob nicht vielleicht doch schon jemand einschlägige Erfahrungen gesammelt hat. Hier trau ich´s ja am ehesten Frauke zu...


    Ich werde berichten wie´s weitergeht! :)


    Liebe Grüße

    "Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969

  • Vorgestern beim Gemüsehändler für nen Appel und´n Ei vier weitere Anredera cordifolia bestellt und im Garten verteilt. Jetzt muss es nur noch heiß werden...

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  • Oha, das hab ich heute beim Gießen zufällig gesehen. Das war mal eine winzige Knolle, als ich sie in die Erde gesetzt hatte! Keine Ahnung um wieviel die sich vervielfacht hat...!


    Sukkulenten allen Länder vereinigt euch! Friedlich zusammen gegen Hass und Rassismus! Verbrüderungsszenen zwischen Südamerikanern und Afrikanern, die zusammen versuchen den Zaun einzureißen. Sukkulenten kennen keine Intoleranz!

    Anredera cordifolia und Kedrostis africana:

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  • Bei Basella alba scheinen nicht nur die Blätter sukkulent zu sein:


    Wenn´s dann mal geblüht hat, bin ich gespannt wie´s schmeckt.

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  • Das Projekt "sukkulente Basellgewächse" interessiert zwar eh niemanden, aber dennoch ist es an der Zeit für einen kleinen Zwischenbericht: Die paar wenigen heißen Tage ist das Zeug echt gewuchert. Wenn dieser Sommer vergleichbar mit dem letzten gewesen wäre, möchte ich nicht wissen, welch Wachstum die da gezeigt hätten...! Bei den herrlichen Spätsommertagen jetzt war die Wachstumsgeschwindigkeit schon deutlich reduziert.


    Geschmacklich geht so. Recht mild. Kürzlich hab ich´s in großer Menge in einer Käsesauce verwendet, wo es aber geschmacklich kaum Akzente setzen konnte. Durch die sukkulenten Blätter ist es beim Schneiden recht schleimig... Wenn dann im Herbst das Zeug sowieso raus muss, werd ich mal einen Salat davon machen. Pur sind die Blätter durchaus interessant. Knusprig-feucht.


    Basella rubra hab ich wohl eindeutig zu spät ausgesät. Prinzipiell klettert das ja auch und eignet sich hervorragend zum Zaun begrünen, aber die direkt in den Garten gesäten Exemplare hatten wohl nicht ausreichend Sonne. Am größten sind die vollsonnig gezogenen Exemplare im Topf:


    Neben den Blättern sind auch die Stiele essbare und wie schon erwähnt ebenso unübersehbar sukkulent:


    Der Hauptgrund für das Update ist aber eindeutig dies hier:


    Jede Menge... Das sollte auf jeden Fall noch klappen und wenn ich die Basella dann einräum, könnte es sogar auch mit den schwarzen Früchten klappen. Die sollen angeblich auch lecker sein.


    Deutlich mehr Wachstum zeigten dagegen die Anredera cordifolia. Man braucht ja nur mal die ersten Fotos hier im Thread zum Vergleich angucken. Aktuell sehen sie so aus:


    Und auch hier wurde durch das Wetter das Wachstumspotential nicht annähernd ausgereizt.

    Sehr zu meiner Freude hab ich dann gestern auch noch dies hier entdeckt:


    Da die Blütenstände in dem Fall schon eine ordentliche Größe erreichen, bin ich jetzt mal schwer gespannt, ob das noch was wird... Da kann ich nun wohl nur noch auf schöne Spätsommertage und auf einen goldenen Herbst hoffen!


    Wer mal sukkulentes Gemüse im Garten haben will, sollte es auf jeden Fall auch mal mit diesen Sachen versuchen!

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  • Wenn die alle zur Anthese kommen, dann wird der Zaun ziemlich weiß. Mittlerweile bin ich soweit, dass ich angestrengt nicht hingucke, obwohl ich ständig dran vorbeikomm. Erst wenn man zwei, drei Tage nicht kontrolliert hat, merkt man auch, dass es vorwärts geht:

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  • Das Zeug ist so sukkulent, dass ein abgefallenes Blatt glatt auf dem Boden bewurzelt. Ich dachte echt, ich sehe nicht richtig! Sogar ein kleiner Caudex ist schon in Arbeit. Das schaffen ja selbst manche Dickblattgewächse nicht!

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  • Die Knospen der Basella rubra sehen jetzt seit gefühlten Ewigkeiten so aus und langsam überkommen mich Zweifel, ob das noch was wird. Die hätte eindeutig etwas früher mit ihren Knospen beginnen sollen!

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  • Ein einjähriger Caudex der Anrederea cordifolia:


    Neben den Blättern wird dieser übrigens regional auch sehr gerne gegessen.

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  • Da man die Teile mit dem Gartenschlauch gestern nicht sauber bekam, wurden sie die Nacht über in einem Eimer Wasser eingeweicht und dann nochmals gesäubert - jetzt sieht man auch etwas mehr. Für ein Jahr nicht schlecht! :)


    Viele kleine Stücke sind auch abgebrochen. Diese Knollen sind ziemlich fragil.

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  • Auch das wäre also geschafft - ich befürchte, die Blüten öffnen sich nicht weiter:

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  • Interessiert zwar eh niemanden, aber so sieht die blühende Basella rubra in ihrer ganzen Pracht aus:


    Die Blüten mögen zwar winzig sein, aber dafür sind es wirklich viele...! :)

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  • Eine Anredera lass ich noch munter im Garten gegen die Kälte kämpfen. Von der hab ich kürzlich mal einen kleinen Trieb mit so einer Knospenrispe ins Warme geholt und in ein Wasserglas gestellt - siehe da...:


    Wenn man sich jetzt in wärmeren Ländern so ein riesen Gestrüpp von dem Zeug vorstellt, welche über und über voll mit diesen Blütenrispen hängt, dann kann man sich ungefähr vorstellen wie genial das aussieht.

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  • Nach den letzten beiden Nächten ist draußen alles erfroren, aber drinnen im Wasserglas sieht´s jetzt so aus:


    Das Ganze dann mit den richtig großen Blütenständen wie in südlichen Ländern macht dann schon was her. Wie man sieht wird ja mit den Blüten auch nicht gerade gegeizt.

    Übrigens duften die Blüten auch heftig süß, was beim kurzen Fotoshooting draußen auch gleich andere feststellten:

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  • Die Knolle hab ich noch nicht probiert, die soll aber nach recht wenig schmecken. Wie eine Kartoffel halt.

    Der Madeirawein hat einen guten, "gemüsigen" Geschmack. In einer Käsesauce kam er richtig gut zur Geltung und ansonsten gerne mal ein frisches Blatt aus dem Garten. Wie Chips - saftig, knusprig. Nur das leicht schleimige ist vielleicht nicht jedermanns Sache.

    Den Indischen Spinat hab ich bisher kaum probiert. Die jungen Blätter sollen aber recht aromatisch sein. Säuerlich-saftig.

    Nächstes Jahr werde ich definitiv mehr davon essen. Frischen Salat aus den Blättern, etc. - dieses Jahr ging´s mir erst mal primär um Wachsen, Blüten, etc.

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  • wie schmecken...Madeirawein?

    Gut, wenn du es wissen willst, dann mussten wir halt heute mal zur Tat schreiten. Zuerst musste gebuddelt werden:


    Was für ein Koloss! Gut die Hälfte blieb dann sowieso im Beet (um dort jämmerlich zu erfrieren):


    Dann gründlich entsanden:


    Das blieb dann dabei so übrig. Wenn man bedenkt, dass jedes dieser kleinen Knöllchen im Laufe des Sommers auch wieder zu so einer riesen Knolle wird, dann versteht man auch warum in einigen Ländern Anredera cordifolia ein überaus gefürchteter, invasiver Neophyt ist! Mitunter bringen die Triebe durch ihr Gewicht ganze Bäume zum Umfallen oder lassen Äste runterkommen. Hierzulande muss sowas nicht befürchtet werden - spätestens wenn der Frost zuschlägt, ist der Spuk vorbei:


    In Südamerika und anderswo wird der Caudex meist gekocht und wie Kartoffeln verwendet. Allerdings tritt beim Kochen jede Menge Schleim aus, der dann wie geschmolzener Käse im Wasser schwimmt. Irgendwie eine Vorstellung, die weder dem Nachwuchs, noch mir so sonderlich behagt. Also haben wir uns eine Alternative ausgedacht.

    Aber erstmal kurz zur Beilage. Ähnlich wie Tsatsiki und natürlich müssen dann auch ein paar Blätter von dem Zeug mit rein. Hier soll ja schließlich nichts verkommen!


    Dann die Caudexteile in dünne Scheiben geschnitten (eine echt schleimige Angelegenheit!) und auf einem Backblech ausgelegt:


    Mit etwas Olivenöl und Rosmarin bepinselt:


    Ab in den Ofen damit, wo dann auch sofort der Schleim lustige Blasen gebildet hat:


    Und lang, ziemlich lang gewartet bis schließlich...:


    Und dann natürlich gegessen:


    Fazit: Die Knollen haben durchaus etwas Geschmack und sind nicht wirklich mit Kartoffeln vergleichbar. Wenn die Scheiben richtig schön knusprig waren, dann waren sie auch richtig lecker - allerdings waren die meisten Scheiben schon noch leicht saftig und dieser Schleim ist nicht unbedingt mein Geschmack.

    War auf jeden Fall okay, kann man auf jeden Fall mal essen - aber ich muss es auch nicht unbedingt wiederholen. Richtig lecker war zumindest die Beilage und das ist ja auch viel wert. Jetzt ist immer noch eine ganze Menge an Knollen von dieser einen Ernte da. Mal gucken, was ich mir damit einfallen lasse. Vielleicht auch in Scheiben schneiden und dann trocknen lassen oder doch mal eine Knolle kochen?

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  • An sich hatte ich ja dünn geschnitten, aber stimmt - nicht dünn genug.

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  • Nachdem ich mit den Blütenfotos unseres Mittagsessens neulich überhaupt nicht zufrieden war, wollte ich es jetzt wissen - jetzt bin ich auch zufrieden und konnte mich nur für keinen Hintergrund entscheiden:


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