Aussaat Caudexpflanzen

  • Seit letztem Jahr versuche ich, unterschiedliche Caudexpflanzen zu säen. Da ich schon erfolgreich Adenia, Ipomoea, Dioscorea, Petopentia und so gesät und dann auch 'groß' bekommen habe, wundert es mich, dass es so überhaupt nicht klappen will.

    Im Sommer letzten Jahres habe ich 70 Samen unterschiedlicher Dioscorea gekauft, aber nicht gesehen, dass der Shop zum Ende des Jahres geschlossen wurde. Von diesen 70 Samen habe ich zwei relativ schwächliche Keimlinge gehabt, wovon einer auch schon wieder kaputt gegangen ist. Ich vermute, dass die Samen zu alt waren.

    Dann hatte ich noch 10 Samen Cyphostemma elephantopus und 10 Samen Pyrenacantha malvifolia von der Kakteengärtnerei U. ausgesät. Von diesen 20 Samen ist kein einziger gekeimt.

    Jetzt aktuell habe ich Samen von Dioscorea sylvatica und mexicana von Samen Kö. ausgesät. Von den D.sylvatica sind 4 von 5 gekeimt, bei den D.mexicana nach nun gut drei Wochen von 10 Samen noch kein einziger.

    Nun meine Frage ;)

    Wenn sich nichts tut hole ich immer mal ein Samenkorn aus dem Substrat, das sind ja alles große Samen, die gut wieder zu finden sind. Die Samen werden weich und auf leichten Druck platzen sie auf und das matschige/wässerige Innere quillt raus. Bei den ersten D. mexicana Samen ist das jetzt auch wieder so.

    Woran kann das wohl liegen? Liegt es an mir und ich halte die zu feucht/zu warm oder sind die Samen entweder zu alt oder aus anderen Gründen eh nicht keimfähig?

    Kann man bei diesem matschig werden auf irgendetwas schließen? Die große Zahl der nicht keimen wollenden Samen finde ich komisch :/

    Werden Samen, die in den Verkauf kommen, vielleicht neuerdings im Herkunftsland anders behandelt? Oder habe ich einfach Pech ?(

  • Hallo Trude,


    ich habe mit der Aussaat von Caudexpflanzen keine Erfahrung und kann dir diesbezüglich leider nicht behilflich sein, hoffe aber, dass sich jemand mit Erfahrung auf diesem Gebiet meldet.

    Gruß Markus

  • Hallo Trude, da können wir uns ja zusammenschließen ^^

    Ich säe seit circa vier Jahren caudiciforme aus. Da zahlt man viel Lehrgeld X/

    Zu ein paar Gattungen kann ich aber mit Sicherheit etwas sagen.

    Häufig habe ich aber auch einfach das Gefühl, dass die angebotenen Samen alt sind.

    Bei dioscorea habe ich auch unterschiedliche Erfahrungen gemacht

    Habe bei einem Samenhändler gelesen dass man d. Elephantipes dunkel bei ca 20 grad aussäen soll. Damit hatte ich gute Erfahrungen gemacht.

    2 Jahre später ist dann nach dieser Methode vom selben Händler nix gekeimt. Vielleicht zu altes Saatgut? Sind ja nur so dünne Flügelsamen, welche womöglich schnell austrocknen bzw. die Keimfähigkeit verlieren.

    Das mit dem matschig werden habe ich auch oft, ich denke das kommt vom alten Samen, der nicht keimfähig ist?

    Pyrenacantha kaurabassana hatte bei mir bei 24-26 grad nach ca 2 Wochen ganz gut gekeimt. Da hast du vermutlich schlechten Samen gehabt (wenn die Bedingungen ansonsten gepasst haben)

    Cyphostemma ist teilweise sehr eigenwillig und kann auch mal ewig dauern, bis es keimt. C. Juttae habe ich bestimmt schon 50 Samen gesät, aber noch nie Erfolg gehabt. Habe aber gelesen, dass Samen auch erst nach 2 Jahren gekeimt sind, wenn man Pech hat. Aber die werden dann auch nicht weich. Bei C. Adenocaule hatte ich eine Keimquote von 40 %. Die sind nach 2 Wochen gekeimt.

    Vielleicht könnte man ja hier im Thread ein paar Informationen und Erfahrungen zu Gattungen mit Besonderheiten bezüglich Temperatur, Licht-/Dunkelkeimer, sowie einer nötigen Vorbehandlung der Samen sammeln

    Liebe Grüße

    Tobi:)

  • Hi Tobi,


    dass nie alles keimt ist ja ok. Aber so gar nichts? Ich habe 2019 zum ersten mal Caudexpflanzen ausgesät und mit Dioscorea begonnen. Mit Startschwierigkeiten hat es dann doch ganz gut geklappt. Aber seit letztem Jahr ist es leider so, dass gekeimte Samen schon die Ausnahme sind. Kannst du das auch so beobachten?

  • Also ich habe ca bei 30% der gesäten Arten einen Totalausfall. Das ist natürlich stark abhängig von den Gattungen und der Qualität der Saatguts.

    Es gibt immer wieder Punkte, an denen man an sich selbst zweifelt, weil kaum was keimt, aber ich glaube,meist liegt es am Saatgut.

    Gerade wenn es beim vorherigen Durchgang wunderbar geklappt hat. Ich habe dieses Jahr auch Adenium gesät und habe von 30 Korn gerade mal einen Sämling.

    Wenn das Saatgut frisch gewesen wäre und von guter Qualität, wären nach einer Woche bestimmt schon 15 Sämlinge da. Adenium keimt ja normal schnell und gut.

    Das Blöde ist halt, dass man für dieses Saatgut von Caudexpflanzen immer einen Haufen Geld bezahlt, und dann erwartet man, dass es wenigstens auch keimt.

  • Nur mal so am Rande: Nur weil eine Adeniumart sehr gut keimt und anfängerfreundlich ist, kann man das doch nicht auf alle Adeniumarten übertragen. Die haben ein riesen Verbreitungsgebiet.

    "Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969

  • Ja aber denke zwischen verschiedenen obesums Bzw Hybriden wird es nicht so starke Unterschiede geben. Zumal ich einige davon vor nem Jahr schonmal ausgesät habe mit gutem Erfolg

  • obesum sollte eigentlich immer flutschen, wenn der Samen was taugt.

    "Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969

  • Keine Ahnung, ich hab noch nie Adenium ausgesät. Ich denk mir nur, dass es da sicher eklatante Unterschiede zwischen einer Art von Sokotra, Madagaskar oder aus Südafrika gibt...

    "Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969

  • Woran kann das wohl liegen? Liegt es an mir und ich halte die zu feucht/zu warm oder sind die Samen entweder zu alt oder aus anderen Gründen eh nicht keimfähig?

    Kann man bei diesem matschig werden auf irgendetwas schließen? Die große Zahl der nicht keimen wollenden Samen finde ich komisch :/

    Werden Samen, die in den Verkauf kommen, vielleicht neuerdings im Herkunftsland anders behandelt? Oder habe ich einfach Pech ?(

    Das kenne ich. Ich habe früher sehr viel gesät und genau das kann ich bestätigen.

    Von 100% bis zu Totalausfällen alles dabei.

    Einige Cyphostemma Arten sind bekannt dafür eher zurückhaltend und über Jahre verteilt zu keimen, Pyrenacantha ist bei frischen Samen schnell und sicher.

    Deine Vermutung bzgl. alter Samen scheint also nicht ganz falsch zu sein...


    Wenn Samen innen matschig gelblich sind, dann sind sie vmtl. einem Pilz oder Bakterium zum Opfer gefallen. Gerade wild gesammelte Samen (z.B. Pyrenacantha) bringen das schon alles mit. Früher hätte man wohl mit der fiesen chem. Keule gebeizt um sowas zu verhindern (z.B. Aatiram).

    Ich habe vor ein paar Wochen meine kompletten alten Samen-Reste (vorwiegend caudexbildende Cucurbitaceae) aufs Substrat geworfen. Die sind alle älter als 4 Jahre und auch da ist alles dabei. Von 0% komplett verschimmelt innerhalb 2 Tage bis 100% Keimung ohne Probleme.

    Pauschal lässt sich da also nichts sagen.


    Auch bei den bekannten Händlern (z.B. Rarepalmseeds, Köhres und Uhlig) gibt es Licht und Schatten. Die können verständlicherweise nicht regelmässig bei allen Arten Keimtests machen. Manche Arten sind über Jahre gelistet, da glaube ich nicht, dass es immer frische Samen sind...


    Grüße

  • Na dann werde ich die restlichen Dio Samen noch mit ins Zimmergewächshaus packen, dann bin ich damit durch.

    Aber schon schade, auf die Aussaat und Aufzucht der D.mexicana uns D.sylvatica hatte ich mich echt gefreut.

    Manche Arten sind über Jahre gelistet, da glaube ich nicht, dass es immer frische Samen sind...

    Gerade deshalb hatte ich erwartet frische und gute Samen zu bekommen. Köhres hatte die letzten Jahre keine im Angebot und als die jetzt angeboten wurden habe ich sofort zugeschlagen. Aber die wissen wohl auch nicht immer wie und wo die Samen die sie ankaufen her kommen. Wenn es ein 100% Ausfall werden sollte gebe ich denen einfach mal Rückmeldung.


    Wenn Samen innen matschig gelblich sind, dann sind sie vmtl. einem Pilz oder Bakterium zum Opfer gefallen. Gerade wild gesammelte Samen (z.B. Pyrenacantha) bringen das schon alles mit.

    Die Samen waren ungereinigt und ich habe echt gebraucht die sauber zu bekommen, und letztlich war dann trotzdem nach einiger Zeit innen so ein gelblicher Matsch, bei den Cyphostemma genau so. Zumindest waren die sauberer...


    Aber so habe ich zumindest wieder etwas dazu gelernt, Danke maj

  • Berichte uns auf jeden Fall mal vom Ergebnis.

    Interessiert mich auf jeden Fall. Und Erkenntnisse über die Aussaat oder besonderen Keimbedingungen helfen anderen wiederum.

    Macht es bei cyphostemma dann Mehr Sinn, die Samen Trockenphasen auszusetzen wie in der Natur, oder sie immer etwas feucht zu halten?

    Einmal editiert, zuletzt von Tobi F ()

  • Die nächste Charge Diosamen liegt jetzt schön warm im Zimmergewächshaus. Die D. mexicana habe ich vorher eingeweich, obwohl ich nicht glaube, dass das was bringt. Von den zuvor gesäten habe ich fast alle aussortiert,weil sie matschig waren. Mal sehen...

  • Daumen sind gedrückt! :thumbup:

    "Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969

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