Aloen - Krankheiten und Schäden

Guten Tag Gast. Schön, dass Sie mal hereinschauen! Einen angenehmen Aufenthalt wünscht das "Sukkulentenforum"-Team.
  • Hallo zusammen,


    beim Wintercheck meiner Aloensammlung, fiel wieder eine aus Samen gezogene Aloe kilifiensis auf:


    In meinem Terrassengewächshäuselchen zog eine Pflanze sehr stark ein - zumal an den jüngeren Blättern. Sehr verdächtig.

    Sie erwies sich als zu nass gehalten. Da es auch im Winter an sonnigen Tagen im Gewächshäuselchen sehr warm werden kann, gebe ich den Pflanzen gelegentlich etwas Wasser mittels einer 10ml-Spritze. Das Substrat hatte allerdings mal zu viel abbekommen. An den Naturstandorten in Kenia und Tansania kommt die Pflanze laut Reynolds, 1966 "on coral-rag cliff facing the sea" , laut Carter et al., 2011 "on coral rocks and gritty soils in bushland" vor, daher habe ich ihr einen kalkhaltigen Feinkies-/Sandzusatz spendiert.

    Beim Austopfen zeigte sich an dem eigentlich recht gut entwickelten Wurzelwerk einiges Abgestorbenes.


    Aber nicht alles war hinüber. Ich habe die ausgetopfte Pflanze ein paar Stunden auf Küchenkrepp abtrocknen lassen, die abgestorbenen Wurzeln entfernt, und neu getopft.


    Viel ist ja nicht mehr übrig. Der kümmerliche Rest hat gerade mal 3,5 cm Durchmesser. Aber das Vegetationszentrum scheint intakt.

    Den Feinkies- und Sandanteil im Substrat habe ich jetzt reduziert, dafür mehr Kieselgur. Sie steht jetzt erst einmal wärmer im Wohnzimmer. Na, mal sehen.


    Beste Grüße

    Ingo

  • Hallo Ingo und / oder weitere Aloe- Spezialisten,

    Mir ist bei der Überwinterung meiner Aloen aufgefallen, dass einige Exemplare trotz (regel-)mäßiger Wässerung (etwa alle 2 Wochen) eine Reihe von Pflanzen abgestorben sind. Sie stehen bei etwa 18 Grad (tagsüber) bzw 14 Grad (in der Nacht) sehr eng zusammen. Einige Exemplare, die ich im vergangenen Jahr von Korsika mitgebracht habe, wiesen (schon damals) eigenartige Flecken auf. Ich hege jetzt den Verdacht, dass es sich vielleicht um einen Parasiten handeln könnte, den ich eingeschleppt habe und der sich auf bisher unbefallene Pflanzen ausbreitet. Aloe vera, Aloe claviflora, Aloe aculeata, sowie auch Agave amaricana (2 im Phänotyp verschiedene Exemplare) scheinen resistent dagegen zu sein. Ich habe gerade ein paar Bilder gemacht. Schau mal, ob Dir / Euch eine Ferndiagnose möglich ist.




    Gruß

    Pachypod

  • Ich bin kein Aloe Spezialist. Aber soweit ich das auf dem Foto erkennen kann, handelt es sich um Unmengen an Schildläusen.

    Gruß Stefan

    'Leute, des wichtigste im Leben is doch a Kaktus''
    Alfons Laußer, im April 2001

  • Autsch!

    Also, ich überwintere fast alle meiner Aloen deutlich kälter und praktisch komplett trocken und habe so ein Schadbild noch nicht gesehen.


    Ich denke auch, dass es sich um eine Krankheit oder einen Parasiten handelt. (Schildläuse erkenne ich keine; die waren bei mir immer viel heller. Aber bestimmt hat Stefan recht.)


    Hast du evtl. Zugang zu “Pflanzenschutz bei Kakteen und anderen Sukkulenten” von Thomas Brand? Ich empfehle das Buch sehr, auch wenn das Gruselkabinett der enthaltenen Bilder bei mir Kaktus-Hypochondrie auslöst.

    Da würden sich sicher Hinweise finden, was das sein kann.

  • Hallo Pachypod,


    ich denke auch, es könnte ein massiver Befall mit saugenden Insekten sein. Pilzbefall sieht anders aus. Ich hatte im Büro mal eine Aloe, die ähnlich schorfig-grindige Blattoberflächen aufwies. Bei mir war das damals Thrips. Ein systemisches Insektizid half.


    Beste Grüße

    Ingo

  • Okay, Danke für die Einschätzungen. Dann werde ich heute ein systemisch wirkendes Insektizid anwenden… 🦟

    Liebe Grüße

    Pachypod

  • Ah, Thripse machen Sinn, besonders wenn die Insekten selbst nicht so sichtbar sind! Die sind ja oft sehr klein.


    Ich hatte mal welche auf meiner Aloe variegata und bin mit austopfen, Neemöl, Seifenlauge, dann komplett duschen und nach draußen sehr gut gefahren. Die sind nie wieder gekommen.

  • Hallo zusammen,


    die Umtopfaktion meiner kümmernden Aloe kilifiensis hat zu einer gewissen, allerdings sehr langsamen Erholung beigetragen.


    Mal ein Vergleich: 30.12.23 / 16.03.24


    Dank intensivem Kunstlicht hat sie sich nun bräunlich verfärbt und - ein bescheidenes Wachstum ist zu erkennen.

    Ich hoffe auf das Frühjahr und den baldigen Aufenthalt unter natürlichem Licht.


    Ich habe noch eine zweite Pflanze im Terrassengewächshaus. Sie sieht etwas besser aus, aber auch nicht wirklich gut.

    Das liegt vielleicht auch an ihrem in der Natur recht speziellen Habitat. Sie wächst nach Reynolds, 1966, The Aloes of tropical Africa and Madagascar, auf Korallenbrocken in unmittelbarer Meeresnähe. Das Mikroklima dürfte hierzulande nicht zu imitieren sein.



    Beste Grüße

    Ingo

  • Hallo zusammen,


    die Aloe burgersfortensis mit den eigenartig deformierten Blattenden aus Beitrag 5 hat sich erholt:



    Sie fängt langsam an, sich vom zweizeiligen Jugendwachstum zu verabschieden und hat mit etwa 25 cm "Spannweite" mächtig zugelegt.



    Warum sie sich erholt hat ? Keine Ahnung. Ich habe sie einfach weiterkultiviert.


    Beste Grüße

    Ingo

  • Hallo zusammen,


    neben Aloe kilifiensis entpuppt sich leider auch Aloe ukambensis als "Sorgenpflanze". Diese hier hatte ich in meiner Kellerlichtschachtwinterung stehen. Sie ist übel verrostet. Zudem ziehen auffallend an einer Seite die Blätter ein.


    Aloe ukambensis scheint anfällig für Rost (=Pilzerkrankung) zu sein. Das ist insbesondere im Winterhalbjahr bei mangelnder Frischluftzufuhr / Luftbewegung und hoher Luftfeuchte ein Problem. Die absterbenden Blätter sind allerdings ein neues Phänomen. Ich hatte die Pflanze kürzlich gegen Wurzelläuse mit Insektizid angestaut - vielleicht ist das eine Unverträglichkeitsreaktion - oder der Wurzelstock ist hinüber, weil zu feucht gehalten. Oder sie hat einen Kälteschaden - weil das so auffallend einseitig ist. Was weiß ich :/ .


    Ich habe sie jetzt raufgeholt und werde sie noch etwas beobachten. Wenn sich das nicht beruhigt, werde ich sie austopfen und die Wurzeln kontrollieren.


    Die zweite Pflanze, die ich im Terrassengewächshaus halte, sieht bedeutend besser aus, auch wenn sie leichte Rostschäden vom Vorjahr trägt.


    Beste Grüße

    Ingo

  • Die "verrosteten" Blätter werden aber so bleiben, auch, wenn man den Pilz als solchen in den Griff bekommt, oder?


    So rein visuell liegen zwischen den beiden Pflanzen ja wirklich "Welten".

  • „verrosteten" Blätter werden aber so bleiben

    Ja, die hässlichen Rostflecken bleiben leider, bis sich die Pflanze vom betroffenen Blatt ganz verabschiedet. Im Sommerhalbjahr sind die bei „Luft und Licht“ neu getriebenen Blätter dann hoffentlich gesund und die Pflanze dann wieder ansehnlicher. Auf jeden Fall werde ich sie künftig anders überwintern.


    Beste Grüße

    Ingo