Aloen - Vermehrung und Anzucht

Guten Tag Gast. Schön, dass Sie mal hereinschauen! Einen angenehmen Aufenthalt wünscht das "Sukkulentenforum"-Team.
  • Guten Morgen allerseits! Endlich schaffe ich es auch mal wieder etwas mehr zu schreiben!


    Ich bin in den letzten Tagen endlich dazu gekommen, die Sämlinge meiner Aloe castilloniae x Aloe cv. Jurassic Dragon Aussaat zu pikieren.

    Die Bestäubung fand im September 2023 statt, die Aussaat der Samen im Dezember des gleichen Jahres (Ich versuche eigentlich immer auszusäen, sobald die Samen geerntet sind, da Aloe Samen meiner Erfahrung nach sehr schnell mit ihrer Keimfähigkeit abfallen)


    Aufgegangen sind damals 109 Sämlinge, von denen ich 102 in meine pikierschalen übertragen konnte (Mitte 2024)

    Von diesen sind nun noch 98 übrig, die jetzt alle ihre eigenen Töpfe bekommen haben:



    Das sieht jetzt nach unglaublich viel aus (und frisst leider extrem viel Platz) aber ich möchte sie mindestens noch 1 weiteres Jahr wachsen lassen, bis ich mich entscheide, welche gut genug sind, um mit ihnen weiter zu machen.


    Zum Ziel: Eigentlich habe ich 2023 noch keine wirklichen Ziele bei der Hybridisierung verfolgt. Ich wollte einfach eine Aloe Jurassic Dragon mit hübscheren Pflanzenkörper, da die Pflanzen ab einem gewissen Alter mmn sehr unschön aussehen. Da die A. castilloniae mit Abstand zu meinen Favoriten der Gattung gehört, war sie der ideale Bestäubungspartner. Hier sind einmal die Mutterpflanzen:


    (Die Bestäubung fand mit Pollen der A. cv JD auf den Blüten der A. castilloniae statt)


    Die Sämlinge brauchen sicher noch etwas, bis sie charakteristischere Züge ausbilden, aber ein paar der Nachzuchten habe ich euch schonmal "vorselektiert" um zu zeigen, wo die Reise hingehen soll/kann:


    Diese 2 sind sehr schön Kompakt (letzterer sogar beinahe kompakter als die Mutter) und sind eigentlich schon genau in der Richtung, in die ich die Kreuzung ursprünglich geplant hatte.


    Bei diesen beiden mag ich besonders die starke Ausfärbung der Zähne, allerdings sagt mir der Wuchs noch nicht ganz zu


    Und zu guter Letzt noch dieser Sämling, der sehr schön gebogene Blätter hat. Mal schauen was daraus noch wird!


    Der große Vorteil bei diesem Projekt ist, dass beide Eltern-Pflanzen relativ schön sind und dadurch die Sämlinge - selbst wenn sie nicht mein Ziel erreicht haben - trotzdem ansehnlich aussehen. Vielleicht trenne ich mich also nächstes Jahr von einem Großteil und kann damit dann die zusätzlichen Heizkosten etwas eindämmen :D


    Das wars erstmal von dieser Hybriden-Linie. Meine Anderen sind leider noch so sehr in den Kinderschuhen, dass sie sich noch nicht wirklich zu zeigen lohnen!


    Liebe Grüsse!

  • Hallo Luca,

    102 in meine pikierschalen übertragen

    das klingt nach richtig Arbeit im Gärtnereiformat ;) . Aber wenn man Auslesen vornehmen will, dann führt daran kein Weg vorbei. Viel Erfolg mit der "Kombination". Ich bin gespannt, wie sie sich weiter entwickeln.


    Beste Grüße

    Ingo

  • Hallo zusammen,


    so mancher Topf wird zu klein, Aloe reynoldsii begann sich langsam rauszuheben.

    Also raus mit der Pflanze:


    Das Wurzelwerk ist gut entwickelt und lausfrei. Sie ist jetzt etwa drei Jahre alt (Aussaat 16.04.2022), "Spannweite" 23 cm.

    Rein in einen 11er Topf:

    Die Pflanze hat ihre zweizeilig wachsende "Jugendphase" hinter sich gelassen und macht die "Schraube".

    Sie ist aber noch längst nicht ausgewachsen. Carter et al, 2011, Aloes - the definitive guide, geben Blattlängen von bis zu 35 cm an.


    Beste Grüße

    Ingo

  • Ich dachte ich zeige meine A. laeta Aussaat auch mal hier, ich habe mich ja ebenfalls zum Kauf von den Samen hinreißen lassen ^^


    Das sind meine bereits pikierten Sämlinge (die Samen stammen allerdings von Privat). Sie stehen seit knapp 1 1/2 Monaten im Beet bei den anderen Pflanzen und bekommen keine Sonderbehandlung mehr (Sonne, Reguläre Wassergaben). Sie sehen etwas traurig aus, bilden aber trotzdem alle neue Blätter und aus den Abzugslöchern kriechen bei allen 3 bereits die ersten Wurzeln.


    Die hier stehen noch unterm Tisch mit deutlich mehr Wasser in einer Aussaat-Box (Allerdings ohne gespannte Luft). Wirken deutlich Vitaler, was aber bei der Behandlung kein Wunder ist. Hier warte ich aber noch etwas mit dem pikieren.


    Das "Monster" steht derweilen draußen und bekommt Wind und Wetter ab. Der Farina tut das keinen guten Dienst aber die Pflanze treibt wie verrückt aus und im Gewächshaus ist einfach gerade kein Platz :S


    Die Pflanze hat ihre zweizeilig wachsende "Jugendphase" hinter sich gelassen und macht die "Schraube".

    Sieht toll aus deine reynoldsii! Meine (von dir ja mittlerweile auch als reynoldsii identifizierten Sämlinge, auch wenn ich sie als striata gekauft habe..) sind ebenfalls alle dabei, in die adulte Phase überzugehen! Allerdings habe ich einen "Ausreißer" dabei, der irgendwie nicht ganz weiß, was er möchte:



    Hier ist irgendwie der Wachstumspunkt seit einigen Monaten "verloren" gegangen. Seitdem wird das letzte Blatt einfach nur noch länger und länger, mehr passiert jedoch nicht mit der Pflanze. Bin mal gespannt, ob da noch etwas passiert. Vielleicht treibt sie ja demnächst Basal aus!


    Liebe Grüsse

  • Hallo Luca,

    Wachstumspunkt seit einigen Monaten "verloren

    … das sieht in der Tat seltsam aus. Aloe reynoldsii ist aber bekannt dafür, zu sprossen; da hoffe ich mit Dir, dass sie den Gefallen tut.


    Also bei den beiden Aloe laeta Töpfchen hatte ich jetzt nicht gedacht, dass das die gleiche Art ist. Erstaunlich, wie unterschiedlich sich die Kulturbedingungen auswirken.


    Und: Sehe ich da nicht benachbart eine Gonialoe sladeniana ;) ?

    Die große Aloe laeta sieht TOP aus :thumbup: .


    Beste Grüße

    Ingo

  • meine als Aloe kulalensis gekaufte A. tenuior wurde mir Anfang des Jahres zu "schwuppig". Also hab ich 2 Triebe eingekürzt und diese dann in ca. 15 cm lange Stücke geschnitten und in Bims gestellt, funktioniert.


    grüsse
    michael

  • Hallo Michael,


    ja, Aloe (Aloiampelos) tenuior werden lang und dünn, typische Kletterer eben, die alsbald eine Stütze durch umliegendes Gesträuch benötigen. Mein Exemplar, das ich von Frauke habe, ist jetzt auf 80cm hoch geschossen, mit 5mm dünnen Stämmchen. Die Stecklingsvermehrung die Du schilderst, ist eine gute Option.

    Ich hatte von Deiner Aloe ja auch ein Sprossstück erhalten, dass sich willig bewurzelt hat.


    Beste Grüße

    Ingo

  • Das sind meine Aufmerksamkeits- bedürftigen Sämlinge. Hoffentlich bekomme ich sie groß.

    Den Samen der A. castilloniae habe ich von Ingo erhalten, die Aussaat war im Dezember 23; die A. laeta im Juli 24. Die A. arneodoi war im Januar 25 ausgesät worden.


  • Hallo Peter,

    ich drücke den Daumen für Deine ..

    Aufmerksamkeits- bedürftigen Sämlinge

    Ja, solche Kandidaten habe ich auch. Meine Aloe arneodoi - Sämlinge stagnieren seit einiger Zeit (Aussaat 26.11.2024). Ich überlege, ob ich sie nicht in neues Substrat setzen soll.


    Alle 4 sind noch da. Die größte ist jetzt 20 mm hoch.


    Zum Vergleich: Im April sahen sie so aus:

    Hm, ein bisschen kleiner waren sie da schon. Aber trotzdem ist das Wachstum verdächtig langsam.


    Auch die Aloe laeta ist bei mir so ein "Schleicher":

    Die größte hat jetzt 30 mm Spannweite und ist 20 mm hoch.


    Bei mir sind sie glauk gefärbt. Sie stehen zwar nicht in der direkten Sonne, aber sehr hell.


    Zum Vergleich: Im Februar diesen Jahres sahen die Sämlinge so aus.


    Beste Grüße

    Ingo

  • Hallo zusammen,


    ein kleines update zu den jüngsten Aussaaten:


    Sehr zufrieden bin ich mit Aloe pachydactylos (Aussaat 27.07.2024, Bezug von plantemania):


    Das Artepitheton lässt sich gut nachvollziehen: Die Blätter sehen in der Tat wie kleine, dicke Fingerchen aus.

    Die Pflänzchen sind jetzt 4 cm hoch und haben einen Durchmesser von bis zu 6 cm.


    Bei Aloe gariepensis (Aussaat 26.11.2024 bei Kunstlicht, Bezug von Köhres) sind von den 7 noch 5 da, wovon sich zwei recht gut und moppelig entwickelt haben, hier einer davon:


    Bei Aloe comosa aus der FGaS-Samenverteilung keimten von 14 nur 2 (Aussaat 9 am 02.03.25 und 5 am 23.03.25). Anfänglich waren sie sehr schwach, jetzt scheinen sie aber die Kurve gekriegt zu haben. Sie sind jetzt 2,5 cm klein:


    Auch bei Aloe (Kumara) plicatilis, FGaS-Samenverteilung, war die Aussaat am 02.03.2025 (9) bzw. 23.03.25 (5) mäßig erfolgreich. Zwei haben es geschafft, das reicht. Im Sommer haben sie eine Wachstumspause eingelegt, jetzt treiben sie wieder. Immerhin sind sie schon 7,5 cm hoch, aber was mal ein Baum werden will ..


    Aus der FGaS-Samenverteilung stammt auch die strauchförmige Aloe ngongenis aus Kenia. Die Aussaat erfolgte ebenfalls am 02.03.35, von 9 sind 4 gekeimt, 3 sind noch da:

    Sie haben sich etabliert. Der größte Sämling ist 4 cm hoch bei einem Durchmesser von 7 cm.


    Beste Grüße

    Ingo

  • Hallo zusammen,


    ein paar Sämlings-Neuigkeiten habe ich noch.


    Luca hatte mir ein paar Samen von Aloe cameronii geschickt. Ich hatte sie bei Kunstlicht am 02.01.2025 ausgesät (15 Samen) . Die ersten Keimlinge erschienen nach 9 Tagen. Am 18.01.2025 waren 6 Keimlinge erschienen, von denen heute noch 5 da sind.


    Die Jungpflanzen zeichnen sich durch hübsche Flecken aus. Die größte ist 7 cm hoch, bei einem Durchmesser von 5 cm.

    Aloe cameronii gehört zu den strauchförmigen Vertretern (bis 1,5 m laut Carter et al., 2011, Aloes - the definitive guide). Sie kommt in Malawi und Simbabwe vor. Die Flecken scheint sie nur als Jungpflanze auszubilden, die Fotos adulter Pflanzen zeigen keine Flecken mehr. Benannt ist sie laut Grace et al., 2011, The Aloe names book nach dem schottischen "Planter" Plantagenbesitzer (?) Kenneth J. Cameron, der in den 1890er Jahren für die "African Lakes Corporation" im heutigen Malawi gearbeitet hat; eine "Erinnerung" an die Kolonialzeit also :rolleyes: .


    Darauf die diesbezüglich unverdächtige, stammlose Aloe harlana aus Äthiopien, benannt nach ihrem Wuchsort nähe Harla. Aussaat 26.11.2024 (Bezug von Köhres), von 7 Samen keimten 6. Alle sind noch da:

    Das "K" auf dem Etikett ist ein Hinweis für mich, dass die Pflanze Kalk im Substrat mag - damit ich es bei künftigen Umtopfaktionen nicht vergesse.


    Beste Grüße
    Ingo

  • Hallo zusammen,


    die Sämlinge aus der madagassichen Lomatophyllum-Gruppe sind etwas weniger sukkulent als die "anderen" Aloen. Sie kommen an leicht schattigen, etwas feuchteren Standorten vor. Die Aussaat am 26.11.24 bei Kunstlicht glückte nicht auf Anhieb, erst nach Austrocknen der Erstaussaat, Beizen mit Chinosol, erneute Aussaat bei höheren Temperaturen ging sie auf.


    Aloe zombitsiensis ssp. pallida wächst eigentümlich schraubig.


    Bei Aloe citrea keimten von 5 Samen nach o.g. Prozedur immerhin noch zwei. Die größere hat einen Durchmesser von 5,5 cm.

    Die Pflanzen sollen zitronengelb blühen, na das wird noch dauern - bei beschriebenen Blattlängen bis zu 28 cm .. ;). Ich werde sie über den Winter wohl bei Kunstlicht weiterpäppeln.


    Von Luca habe ich im März 2025 einen Sämling von Aloe prostrata erhalten, der sich etabliert hat. Ein bisschen Kalk ist im Substrat, da in Carter et al., 2011, Aloes - the definitive guide, zu lesen war "Occurring in north-west Madagascar in the region of Ankarana, usually in shade on eroded rocky limestone slopes"

    Die Pflanze hat auch den schraubigen Habitus wie Aloe zombitsiensis.


    Offenbar war in dieser Lomatophyllum - Sippe systematisch einiges im Fluss. Denn einander ähnelnde Pflanzen wurden mal als Aloe prostrata, mal als Aloe zombitsiensis, mal als Aloe ankaranensis, mal als Aloe propagulifera, mal als Aloe sakarahensis beschrieben.


    Newton, 2020, in Eggli & Nyffeler (eds.) handbook of succulent plants, monocotyledons, erkennt Aloe prostrata (H. Perrier) Newton & Rowley (1997) an und verweist Aloe propagulifera (Rauh & Razafindratsira) Newton & Rowley (1998) sowie Aloe ankaranensis Rauh & Mangelsdorff (2000) in die Synonymie.

    Aloe zombitsiensis Rauh & Teissier (2000) erkennt Newton, 2020 ebenda mit zwei Unterarten an, der ssp. pallida (Rauh & Mangelsdorff) Newton & Eggli (2018) und der ssp. zombitsiensis Autorenangabe fehlt hier). Auch hier gibt es wieder Synonyme, nämlich bei ssp. pallida die Aloe prostrata ssp. pallida Rauh & Mangelsdorff (2000) und Aloe sakarahensis ssp. pallida (Rauh & Mangelsdorff) Lavranos & Teissier (2004). Bei der ssp. zombitisiensis gelten Aloe sakarahensis Lavranos & Teissier (2004) und Aloe sakarahensis ssp. sakarahensis als Synonyme. :S Alles klar ?


    Bei der ganzen Namensverwirrung muss man beim Samenkauf aufpassen, dass man nicht stets das gleiche erwischt.

    Witzig finde ich, dass sich an dieser Aloen-Sippe ein erheblicher Teil der Creme de la Creme der Aloenforscher abgearbeitet hat. Die Castillons haben als profunde Kenner der madagassischen Flora auch versucht, dieses Aloendickicht zu lichten, sich mit eigenen Neubeschreibungen aber offenbar zurückgehalten.


    Beste Grüße

    Ingo

  • Hallo Michael,


    sehr schön, aber Vorsicht: Die wachsen rasant ;) und werden groß ;) ;) . Und: Da hat sich auch noch was anderes, Dicotyledones reingeschmuggelt.


    Beste Grüße

    Ingo