Aussaat Denmoza

Guten Tag Gast. Schön, dass Sie mal hereinschauen! Einen angenehmen Aufenthalt wünscht das "Sukkulentenforum"-Team.
  • Schön das es hier einen Denmoza Thread gibt.

    Dann möchte ich meine Exemplare auch mal vorstellen.

    Der Kronkorken dient als Maßstab. Die Kleinen hab ich im Januar 2018 gesät.

    Die etwa faustgroße hat noch nicht geblüht.

    Seit Mitte Juni schiebt aber meine große Denmoza rhodacantha eine Blüte nach der anderen.
    Da ich kein zweites , bereits blühfähiges Exemplar besitze, hab ich mich im GWH nach anderen Bestäubungspartnern umgeschaut und zu experimentieren begonnen. Das Ergebnis ist recht interessant.
    Da die Denmoza anscheinend selbststeril ist, kam es bei der Bestäubung mit eigenem Pollen zu keiner Fruchtbildung. Ebensowenig bei Pollen von Lobivia, Echinocereus und Notocactus. Was ja auch zu erwarten war.
    Früchte bildeten sich bei Bestäubung mit Hildewintera colademononis, einer Akersia roseiflora Hybride und einem Loxanthocereus gracilis.
    Eine Bestäubung mit der Hildewintera Hybride " Andenken an Friedrich Ritter" schlug fehl, jedoch wurde der Denmoza Pollen von der Hildewintera angenommen.
    Mit dem Denmoza Pollen wurden auch die Akersia, die Hildewintera colademononis und der Loxanthocereus erfolgreich bestäubt. Ebenso Cleistocactus straussii.
    Ich hätte gerne noch Aporocactus als Bestäuber versucht, aber die Blütenphase ist bei denen vorbei. Vielleicht kommt ja noch ein Nachzügler.
    Die Denmoza blüht unermüdlich und hat bereits wieder neue Knospen gebildet.

    Gruß Stefan


    'Leute, des wichtigste im Leben is doch a Kaktus''
    Alfons Laußer, im April 2001

  • Hallo Stefan,

    ich finde toll, dass Du herum experimentierst! Ich bin dafür viiiel zu ungeduldig und hätte Probleme mit den Aussaaten. Ich wünsche Dir viel Erfolg!


    Beste Grüße

    vom TOM

  • Schön das es hier einen Denmoza Thread gibt.

    Denmoza sind ja auch schön!


    Nachdem ich die Geduld mit meinen langsam verliere (Bernhard, deiner var. pseudogymnocalycium geht´s immer noch blendend, aber von Blüten nach wie vor keine Spur), konnte ich am Wochenende eine ergattern, die bereits in etwas mehr als Faustgröße blüht. Da konnte ich natürlich nicht nein sagen - endlich hab ich auch eine blühfähige Denmoza aus Mendoza:

    "Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969

  • Wirklich ein imposantes Stück!
    Meine "alte" fiel leider einem winterlichen Thermostatausfall zum Opfer. Soweit ich mich erinnern kann, war Trauer angesagt.

    Ist lange her, ich weiss.

    Aber kannst du dich vielleicht erinnern, wie tief die Minusgrade damals waren?

    So eine Denmoza hält ja doch einiges aus.

    Gruß Stefan

    'Leute, des wichtigste im Leben is doch a Kaktus''
    Alfons Laußer, im April 2001

  • Moin Stefan! Nee, das ist mir mittlerweile entglitten, aber irgendwo im Bereich -10 bis -15 Grad denke ich.

    Sukkulentenfieber ist eine schwere Krankheit! Wer sich infiziert hat, ist nicht zu retten!
    We do not forgive!! We do not forget!!
    Tom


  • Hallo Stefan,


    interessante Experimente. Hälst du uns auf dem laufenden, was daraus wird? - Ob es Früchte, Samen, oder gar Sämlinge gibt, und wie sie sich entwickeln?


    Falls du von deinen Sämlichen aus 2018 welche hergeben möchtest, würde ich mich gerne schonmal für so 1 oder 2 anmelden. <3

    Viele Grüße

    vom

    Kleinen grünen Kaktus


    Schönheit ist Ansichtssache, darum lässt sich darüber nicht diskutieren!

  • Hallo KgK


    Kannst gerne welche haben. Erinnere mich bitte im Frühjahr daran. ( kannst gleich den neuen Merkzettel ausnutzen ;) )


    Die Samen der Denmoza und aller Bestäubungspartner sind längst reif und abgeerntet.
    Bei der Denmoza fiel mir auf, das unterschiedliche Bestäubungspartner auch unterschiedlich große Samenkörner hervorbrachten.
    Am größten waren sie bei Hildewintera colademononis als Pollenspender. Am kleinsten beim Pollen der Akersia Hybride.
    Darauf werde ich hier noch einmal zurückkommen, denn es interessiert mich schon, ob das immer so ist bei einer Hybridisierung.
    Anfang Januar werde ich aussäen. Nach Fleischer und, wie fast immer, in meinem Aquarium. Das hat sich bewährt.
    Gruß Stefan



    'Leute, des wichtigste im Leben is doch a Kaktus''
    Alfons Laußer, im April 2001

  • Anfang Januar werde ich aussäen. Nach Fleischer und, wie fast immer, in meinem Aquarium. Das hat sich bewährt.

    Hallo Stefan,


    ich habe noch nie nach der Fleischermethode ausgesät, daher würde mich eine möglichst ausführliche Dokumentation deiner Aussaat sehr interessieren.

    Gruß Markus

  • Ich werde berichten, Markus.

    Ich gehe da ziemlich pragmatisch vor. Ohne große Chemie oder sonstiges alchemistisches Wissen :)

    Gruß Stefan

    'Leute, des wichtigste im Leben is doch a Kaktus''
    Alfons Laußer, im April 2001

  • Stimmt, da kann ich auch gleich die Merkzettel-Funktion ausprobieren. ^^ :thumbup:


    Ok, so weit bist du mit den Früchtchen. Da bin ich auch sehr auf deine Berichte gespannt! :) Freu mich schon im neuen Jahr darüber zu lesen! <3

    Viele Grüße

    vom

    Kleinen grünen Kaktus


    Schönheit ist Ansichtssache, darum lässt sich darüber nicht diskutieren!

  • So, heute hab ich mal nachgemessen.
    Und ich hab euch was falsches gesagt Hatte ich wohl falsch in Erinnerung. Man wird vergesslich

    Am größten waren die Denmoza Samen die von Loxanthocereus gracilis bestäubt wurden.
    Die Körner mit der Akersia Hybride als Bestäubungspartner lagen im Mittelfeld.
    Am kleinsten waren sie mit Hildewintera colademononis als Partner.


    Ich habe von allen drei Kreuzungen je 25 Korn gemessen.
    Bei allen drei lagen die Größenunterschiede innerhalb der Kreuzung zwischen 5 bis 9 Hundertstel.
    Der größte gemessene Unterschied zwischen Denmoza rhodacantha x Loxanthocereus gracilis und Denmoza rhodacantha x Hildewintera colademononis
    betrug 2 Zehntel.

    Gruß Stefan


    'Leute, des wichtigste im Leben is doch a Kaktus''
    Alfons Laußer, im April 2001

  • Stimmt, da kann ich auch gleich die Merkzettel-Funktion ausprobieren. ^^ :thumbup:


    Ok, so weit bist du mit den Früchtchen. Da bin ich auch sehr auf deine Berichte gespannt! :) Freu mich schon im neuen Jahr darüber zu lesen! <3

    Oh ja da bin ich auch schon sehr gespannt.


    Ich werde berichten, Markus.

    Ich gehe da ziemlich pragmatisch vor. Ohne große Chemie oder sonstiges alchemistisches Wissen :)

    Gruß Stefan

    pragmatisch ist immer gut:-)

    Einmal editiert, zuletzt von Franki () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Franki mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Heute hab ich ausgesät.
    Wie üblich nach Fleischer und in einem halb gefüllten Aquarium.



    Ja, ganz richtig. Das sind Ferrero Rocher Verpackungen. Die sind stabil und man kann sie oft wieder verwenden. Es funktionieren aber auch andere Sachen.


    Das Substrat ist Rotopor Kateenerde in zwei verschiedenen Körnungen. Dazu einen halben Teelöffel zerriebene Holzkohle.
    Ich fülle das feinere Substrat ( 0-1,5 )etwas über einen Zentimeter hoch ein. Darauf streue ich dann noch eine dünne Schicht der gröberen Körnung ( ca.2-4 )
    Der Grund dafür ist folgender:
    Nimmt man nur grobe Körnung rutschen besonders feine Samenkörner ziemlich tief ins Substrat, was die Keimung behindern kann, da Kakteen Lichtkeimer sind.
    Nimmt man nur feine Bestandteile, dann bleiben die Samen zwar oben, die Sämlinge kippen aber beim Einwurzeln oft um und liegen dann der Länge nach auf dem Substrat. Die gröbere Lage ganz oben verhindert das, weil die Samen dazwischen keimen und sich seitlich an den größeren Steinchen abstützen können bis das Wurzelwerk kräftig genug ist um sie zu stabilisieren.


    Das Substrat ist eingefüllt, die Samen eingestreut und die Schildchen gesteckt. Nun heißt es Wasser marsch. Die Frage ist nur, wieviel vom kostbaren Nass .
    Schließlich bleiben die Behälter für einige Wochen geschlossen. Jeder wird da sein eigenes Rezept haben, deshalb kann ich an dieser Stelle auch nur meine eigenen Erfahrungswerte darlegen.
    Es muss so viel sein, dass die Wassertropfen , die bei nächtlicher Abkühlung innen an den Behältern kondensieren, tagsüber bei steigenden Temperaturen nahezu vollständig wieder verdampfen.
    Bildet sich nachts kein Kondensat, dann ist das Substrat entweder zu trocken, oder der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht zu gering.
    Dank der durchsichtigen Behälter helfe ich mir folgendermaßen.


    Hier ist das Substrat noch hell. Also trocken.


    Hier ist es gleichmäßig dunkler, also durchgehend feucht. Wären hier noch helle Stellen, fehlt Wasser.
    Es kann aber auch schnell mal zu viel sein. Das stelle ich dann fest, indem ich so einen Behälter auf eine Ecke kippe. Sammelt sich dort so viel Wasser, dass es über die Substrathöhe steigt, dann ist zu viel drin. Mit Hilfe eines zusammengedrehten Küchentuches bekommt man die überschüssige Feuchtigkeit aber leicht raus, wenn man das Tuch in die " gekippte, nasse Ecke " hält.
    Für das Foto hab ich soviel Wasser rein, wie ich für gerade noch zuträglich halte. Weniger wäre hier besser.


    Hier sieht man wie sich das Wasser in der Ecke sammelt.

    Welches Wasser verwende ich? Setze ich Dünger zu ?

    Ich verwende ganz normales Leitungswasser ( auch wenn ich im Sommer mit Regenwasser gieße ) weil es so ziemlich keimfrei ist, bzw. sein sollte.
    Da mein Aussaatsubstrat rein mineralisch ist, also keinerlei Nährstoffe enthält, setze ich selbstverständlich Dünger zu. Ich verwende für alle Kakteen Wuxal Super. Auch hier bei der Aussaat verwende ich die maximale, für Kakteen angegebene Dosis von 1,5ml auf einen Liter.
    Ich habe nie begriffen, warum man hier besonders niedrig dosieren soll. In der Natur werden die Früchte der Kakteen gefressen und die Samen zusammen mit einer ordentlichen Portion Sch..ße als Startdüngung wieder ausgeschieden.
    Zusätzlich kommen noch 3ml / Liter Vitanal Wurzelaktivator ins Wasser.


    Fertig. Jetzt heißt es abwarten.
    Die Beleuchtung besteht aus zwei Osram Leuchtstoffröhren. 2 x 18 Watt. Eine Skywhite, die andere Warmwhite. Hat bis jetzt immer funktioniert.
    Wenn die mal hinüber sind stelle ich um auf LED. Mal sehen wie es dann klappt.


    Je nach Raumtemperatur schwankt die Temperatur zwischen 18 Grad nachts und 28 Grad tagsüber. Das Wasser darunter hat konstant 23 Grad.
    Gruß Stefan

    'Leute, des wichtigste im Leben is doch a Kaktus''
    Alfons Laußer, im April 2001

  • Stefan, besten Dank für den interessanten und ausführlichen Aussaatbericht.


    Für mich ist es stets interessant, diverse Aussaatmethoden kennenzulernen. :thumbup:

    Gruß Markus

  • Perfekt!

    Vor allem die Konstanthaltungsmethode mittels Aquarum. :thumbup: :thumbup:

    Meines Erachtens ist der schwierigste Teil das Wasser dosieren. Nicht das im Aquarium, sondern in den Ferrero-Behältnissen (bei mir bofrost-Eisbecher mit Kappe).


    Stefan, ich drücke Dir alle Daumen!


    Gruß Konrad

    „Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet.“

    Mark Twain


    (Danke für die Reaktion/Kenntnisnahme/Antwort)

  • Herrlich - danke für die Mühe!

    "Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969

  • Tolle Erklärung zu deiner Aussaat, Stefan! - Vielen Dank dafür. <3


    Daumen sind schon fest gedrückt. Für wann rechnest du mit den ersten Keimungen? Sind Denmoza von der schnellen, oder eher von der langsamen Sorte? 8)

    Viele Grüße

    vom

    Kleinen grünen Kaktus


    Schönheit ist Ansichtssache, darum lässt sich darüber nicht diskutieren!

  • Da es sich ausnahmslos um Hybriden handelt, wage ich keine Prognose.

    Aber wenn ( falls überhaupt ) sie keimen, wird es spannend.

    Gruß Stefan

    'Leute, des wichtigste im Leben is doch a Kaktus''
    Alfons Laußer, im April 2001


  • Erfolgsmeldung


    Seit gestern weiß ich das die Samen nicht taub sind. In ALLEN Behältern tut sich was. Keimfähig sind sie schon mal. In wie weit diese Hybriden überlebensfähig sind wird sich bald zeigen. Ausschauen tun sie schon mal nicht schlecht.


    Ein paar Fotos von heute für die ich mal kurz den Deckel gelüftet habe.


    Gruß Stefan

    'Leute, des wichtigste im Leben is doch a Kaktus''
    Alfons Laußer, im April 2001