Zu meinen Euphorbien habe ich mir Ende 2025 noch große Exemplare einer Beaucarnea Recurvata, eines Ficus Microcarpa Ginseng Bonsai und eine kleinere Yucca Elephantipes zugelegt.
Diese habe ich nach knapp 2 Wochen Eingewöhnungszeit in Lechuza Classic 35 bzw. 28 mit ungedüngt mineralischen Substrat umgetopft.
Der Tank in Kombination mit mineralischen Substrat funktioniert gut, vorausgesetzt man hat das System verstanden und man überträgt es individuell auf den jeweiligen Baum.
Das auch zur jeweiligen Saison, und Pflanz- / Tankvolumen. Hilfreich dabei ist natürlich die Anzeige zum Tankfüllvolumen.
Was hierbei aber sonst auch immer aber fehlt ist ganz klar die Information über das Feuchtigkeitsgehalt des Substrats in der jeweiligen Tiefe.
Hierfür gibt es meist 0815 Sensoren die man ins Substrat steckt und dann die ungefähre Deutung angezeigt bekommt.
Diese funktionieren jedoch nur im organischen Substrat. Für mineralisches Substrat sind kapazitative Sensoren vonnöten.
Viele Angebote solcher gibt es nicht. Und wenn es sie gibt, dann einzeln, also nur der Sensor ohne jegliche Anzeige zum selbstbauen auf Adruino Basis, oder ganze Systeme mit Gateway & Co., oder ultra teuere Apparaturen für industrielle oder wissenschaftliche Zwecke wo einem direkt die Auswertung angezeigt wird.
Fragen die man sich auch noch stellen muss ist, ob man ein so großes Füllvolumen, oder Topf Diameter hat, dass möglicherweise mehr als ein Sensor notwendig sein könnten, und in welcher Tiefe sowie Ort der relevante Wert erhoben wird. Denn die Einstecktiefe ist begrenzt, und gemessen wird an der Spitze.
Frage ist auch, ist es ein Flachwurzler oder nicht, und welche Grundlage hat die Erhebung für möglich weitere Berechnungen und deren Aussagefähigkeit.
Ich benötigte für 5 Bäume mit ausschließlich mineralischen Substrat kapazitative Sensoren. Ich wollte mit möglichst einem Sensor pro Topf arbeiten, auch wenn fast alle Töpfe recht groß waren.
Gemessen sollte im Idealfall der Feuchtigkeitsgehalt irgendwo zwischen oberen Drittel bis ca. Mitte des Substrats. Das untere Drittel ist nicht relevant, da sich dort im Fall der Fälle durch Kondensation aus dem Tank zuletzt das feuchteste Substrat halten wird. Zudem ist das letzte Drittel fast Analog zur Tankfüllanzeige des Lechuza Topfs zu deuten.
Wenn derjenige sein Baum selbst umgetopft hat, weiß derjenige auch die Einstecktiefe und dessen Wurzelverhalten zu deuten.
Ich wollte keine (Meta)Daten in eine Pseudo Cloud auf irgend einer Plattformökonomie übertragen, auch wollte ich nicht daran gebunden sein irgendwelche Massenüberwachungssysteme wie sog. "Smartphones" oder Tablets nutzen zu müssen, nur weil irgend eine bescheuerte Äpp das erfordert. Auch wollte ich keine permanente WLAN Funkfrequenzen in Betrieb haben, und ich wollte keine embedded Hersteller Software nutzen wollen, die dann vermutlich irgendwann nicht mehr gepflegt wird und somit der Betrieb eingestellt wird, obwohl die Hardware noch funktioniert.
Die Entscheidung fiel dann auf das offene Ecowitt System, bestehend aus GW3000 Gateway und WH51 Sensoren.
Der Gateway hat zwar WLAN Integration, diese ist aber für den Betrieb nicht entscheidend und kann totgeschaltet werden. Ins LAN kann es über RJ45 Schnittstelle integriert werden.
Kommunizieren tut der Gateway mit den Sensoren über das ISM and SRD SUBG unter 1 GHz. Diese Frequenz ist eine komplkett andere als die herkömmlicher 4G Modems oder Wi-Fi Arbeitsfrequenzen.
Falls man das will kann man eine Micro SD Karte einstecken, dann schreibt der Gateway darauf .csv Dateien, mit denen man dann historische Werte analysieren kann.
Für weitere Informationen über diese IoT Systeme kann das Wiki empfehlen: https://meshka.eu/Ecowitt/doku…art#the_ecowitt_ecosystem
Der Hersteller geht davon aus, dass nach erfolgreicher Einrichtung deren Äpps genutzt wird. Das wollte ich aber nicht. Das Gateway hat aber auch einen lokalen Webserver am laufen, wo Livedaten rudimentär eingesehen werden können. Für den Anfang war das sehr ausschlussreich, weil mir das erlaubte endlich zu sehen was im Topf los war, und was mir bspw. so ein tropischer und im Vergleich zu Euphorbien empfindlicher Baum wie eine Ficus Microcarpa mit seinem Verhalten eigentlich sagen möchte. Denn genau der Baum war der ausschlaggebende Punkt weshalb ich damit anfing.
Am Rande möchte ich noch erwähnen, dass wir hier recht hartes Wasser haben. Das kann eine Euphorbia deutlich besser "ertragen" als bspw. ein Ficus Microcarpa. Aber auf Dauer ist die erhöhte Kalzium Mineralisierung für niemanden gut. Anfangs dachte ich noch an Regenwasser und Tonne auf dem überdachten Balkon, aber nach Testaufbauten mit großen Einfangtrichter habe ich das als zu ineffizient schnell wieder verworfen. Umkehrosmose wollte ich nicht, weil mir das zu Energieineffizient ist, und ich dann wieder damit beginnen müsste, jedem Baum durch individuelle Düngerrezepte die benötigten Mineralien in der jeweiligen Konzentration zuzuführen, was wiederum Kosten verursacht hätte und auch immer so eine Sache ist. Die Anforderung war Kalk nicht ganz zu entfernen, sondern soweit zu senken, dass es tendentiell in Richtung Neutral kommt. Weiter wollte ich dass notwendige Mineralien nicht herausgefiltert werden, sondern erhalten bleiben. Sonstige Schadstoffe die ebenso entfernt werden, nehme ich gerne mit. Zudem sollte es modular sein. Die Entscheidung fiel auf das Frizzlife TW15 System. Ich habe es an einem kleinen ungenutzten Waschbecken montiert um es nicht nonstop im Betrieb zu haben. Was ich anfangs eigentlich nur für die Bäume einsetzen wollte, nutze ich mittlerweile auch für mich zum trinken. Die Messprobe gibt mir recht. Es ist nicht nur gutes Gießwasser, sondern auch für solche Kandidaten die eine wöchentliche Feuchtigkeitsbesprühung des Blattwerks erfordern. CAM Photosynthese Kadidaten profitieren dabei auch von weniger aggresive Kalkablagerungen auf dem Blattwerk.
Einen angenehmen Aufenthalt wünscht das "Sukkulentenforum"-Team.