Unbekanntes Gymnocalycium

  • Vor zwei Jahren ist mir dieses Gymno bei der Sammlungsauflösung Eckert zugelaufen. Letztes Jahr hat die Pflanze schon mal Blüten angetäuscht, aber nicht realisiert.

    Heuer hat sie es geschafft. Von sechs Knospen sind immerhin zwei durchgekommen. Und siehe da, es blüht gelb(lich).

    Trotzdem komme ich mit der Bestimmung nicht so zurecht. Erste Tipps gingen Richtung leeanum und andreae, aber so recht passt das irgendwie nicht. Kann mir einer der Spezialisten helfen?

    Gruß Wolfgang

  • Was spricht gegen andreae?

    Bleibt kleiner, bildet Gruppen. Aber mir fehlt auch irgendwie der Größenvergleich.

    "Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969

  • Wenn es keine Hybride ist, würde ich es bei Gym. reductum (leeanum / schatzlianum ...) einsortieren. Es wäre dann natürlich ein Exemplar, das irgendwie vergessen hat, wie es eine "ordentliche" Bedornung bildet, aber die Blüte und der übrige Wuchs passen eigentlich ganz gut.

    Bis neulich
    Wolfgang

  • Wenn es keine Hybride ist, würde ich es bei Gym. reductum (leeanum / schatzlianum ...) einsortieren.

    Danke für den Hinweis, Wolfgang. Wenn ich dem Pfad folge komme ich lt. Andersen neben H. leeanum zu G. gibbosum. Die Beschreibung passt m.E. besser, weil die Dornen (wenn sie denn wachsen) nicht anliegend, sondern abstehend sind. Auch die Körperform (kurz zylindrisch) passt irgendwie besser. Allerdings ist da nichts von gelber Blüte zu lesen :(.

    Vielleicht ist es ja aber tatsächlich eine Hybride :/

    Das fehlende Dornenwachstum ist wohl auf mangelnde Pflege beim Vorbesitzer zurückzuführen. Die Pflanze stand in einem winzigen Töpfchen und sehr eng mit anderen Pflanzen. Deswegen vielleicht auch der säulige Wuchs. Nach dem Umtopfen vor zwei Jahren hat sie letztes Jahr wieder begonnen, Dornen zu treiben

    .

    Gruß Wolfgang

  • Vergiss Anderson, jedenfalls in Bezug auf Gymnos! Der Name Gym. leeanum ist - aus welchen Gründen auch immer - für lange Zeit auf Pflanzen aus Uruguay verwendet worden, also aus der Verwandtschaft von Gym. uruguayens / "netrelianum". Andersons Beschreibung inkl. des Fotos einer stark sprossenden (!) Pflanze entsprechen dieser falschen Identifikation, und es ist auch bemerkenswert, dass er sich bei der Angabe "Heimat: Argentinien" ausdrücklich auf Detlev Metzing beruft.
    Davon abgesehen zeigt er für Gym. gibbosum eine gelblich blühende Pflanze (oder das Foto ist im Abendlicht aufgenommen worden ...), die m. E. ein völlig typisches Gym. reductum darstellt - aus seiner Sicht allerdings konsequent, denn letzterer Name kommt bei ihm nur als Synonym von Gym. gibbosum vor ...

    Wikipedia und Llifle zeigen zu diesem Namen fast ausschließlich uruguayische Pflanzen, lediglich die Fotos von Diego Armentano bei Llifle passen aus meiner Sicht.

    Gym. reductum subsp. leeanum hat definitiv keine anliegende Bedornung, sondern abstehende, nadelige Dornen. Vergleiche mal hier Gymnocalycium reductum, v. a. Beitrag #33 (Aus meiner Gymno Sammlung).

    Bis neulich
    Wolfgang

  • Vergiss Anderson, jedenfalls in Bezug auf Gymnos!

    Uff, dem habe ich bisher viel geglaubt 8|=O

    Der Link auf die Bilder ist überzeugend! Die Beschreibung der Dornen bei Llifle passt nicht ganz (die Pflanze hat bis zu drei Mitteldornen), aber das muss man sehen, wenn sie sich komplett erholt hat. Bislang wirkt der Dornentrieb immer noch etwas rudimentär.

    Danke für die Hilfe bei der Bestimmung!

    Gruß Wolfgang

  • passt auch von den erwähnten Begriffen reductum, hyptiacanthum und gibbosum ( je nach Betrachter und Sammler )ganz gut: die Bedornung kommt vielleicht noch beim genügsamen Wässern, Gruß, R.

    So sah einer 1979 in Monte Carlo aus :

  • Wenn es keine Hybride ist, würde ich es bei Gym. reductum (leeanum / schatzlianum ...) einsortieren. Es wäre dann natürlich ein Exemplar, das irgendwie vergessen hat, wie es eine "ordentliche" Bedornung bildet, aber die Blüte und der übrige Wuchs passen eigentlich ganz gut.

    Ich bin da ganz bei Wolfgang und kaktpaule. G.andreae ist es dagegen sicher nicht.

    Interessant ist die Dornenbildung. Ich kenne das von verschiedenen Gymnos, keine Ahnung was die Ursache ist. Anbei 2 Fotos eines G.mostii aus meiner Sammlung. Beides dieselbe Pflanze, einmal von 2020 und einmal aktuell von 2026. Auch sie hat beschlossen, das mit der Dornenbildung aufzugeben. Der Blütenpracht nach, scheint kein Nährstoffmangel vorzuliegen.

    Definitiv beides ein und dieselbe Pflanze...

    Grüßle
    Robby