Welche Krankheit ist das bitte?

  • Hallo zusammen. In dem von mir markierten Kreis seht ihr eine der häufigsten Krankheiten bei meinen gepflanzten Kaktusbällen. Zuerst treten wie auf Bild 1 und Bild 2 undeutliche kleine gelbe Flecken auf, die sich später zu großen orangegelben Flecken wie auf Bild 3 entwickeln. Da ich nicht weiß, welcher Pilz hier die Infektion verursacht, kann ich keine geeigneten Mittel anwenden. Immer mehr meiner Kaktusbälle sind inzwischen infiziert, was mir große Sorgen bereitet. Bitte helft mir herauszufinden, um welchen Pilz es sich handelt. Vielen Dank im Voraus.

    Viele Grüße

    ZIcheng:)

  • Hallo!

    Punktuelle Verfärbungen hatte ich auch an einem Kaktus, aber in der Epidermis. Auf einigen Deiner Bilder sehen die Punkte aus, als wurden sie auf der Epidermis liegen und würde ich auf Schildläuse tippen, die kannst Du sicher ausschließen?

    Viele Grüße
    vom TOM

  • Hallo Tom,

    Schildläuse können ausgeschlossen werden. Diese Flecken sind zweifellos durch eine Pilzinfektion verursacht. Sie treten besonders leicht bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit auf.

    Viele Grüße

    ZIcheng:)

  • Ja, das stimmt leider.Das sehe ich genauso. Schildläuse lassen sich meist mit Sprays gut bekämpfen, Pilze hingegen sind oft hartnäckiger.

    Viele Grüße

    ZIcheng:)

  • Ein Vergleich der Punkte mit den Schadbildern aus dem Buch "Pflanzenschutz bei Kakteen und anderen Sukkulenten" von Thomas Brand hat leider keine Übereinstimmung gebracht.

    Du könntest die Fotos mal an Thomas Brand senden. Evtl. kann er näheres zu den Flecken sagen. E-Mail: redaktion@dkg.eu

    Beste Grüße

    Markus

  • Vielen Dank für die Mühe, die Sie sich gemacht haben, um die Schadbilder mit dem Werk von Thomas Brand abzugleichen.

    Vielen Dank für Ihre Hinweise und die Kontaktmöglichkeit zu Thomas Brand! Ich werde die Fotos zeitnah an die angegebene E‑Mail‑Adresse senden und hoffe auf seine Einschätzung zu den Flecken bei meinem Kaktus.:)

    Viele Grüße

    ZIcheng:)

  • Hier die Antwort von Herrn Thomas Brand:

    Zitat

    It is generally not possible to make a definitive diagnosis based on photographs alone. This is also the case here.

    Such spots are very commonly seen on cacti. Even after laboratory tests, the causes of the symptoms are often unclear.

    Fungal infections are frequently suspected (though evidence for this is rare), and the use of fungicides is often recommended. However, it is highly unlikely that these will help, as most fungicides can only prevent infection. Once pathogenic fungi have invaded a cactus, it is virtually impossible to intervene through treatment with active ingredients.

    It is also a fallacy to assume that an acute infection must be present – as is evident in many cases (with plants in general), the supposed pathogens that may be involved in the damage and have been isolated have long been present in the affected plants – they live within the plant without causing symptoms, and it is only when the plant is under stress and weakened (for example, due to heat, drought, significant fluctuations in water balance or other stressors) do symptoms become apparent. Whether this is also the case here remains a matter of speculation.

    In short: I have no definitive explanation for this and can only advise you to check the growing conditions and optimise them if necessary. Please continue to monitor the situation.

    Viele Grüße

    ZIcheng:)

  • Was für eine ausführlich Antwort...! Beobachten und Hoffen!

    "Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969

  • Wobei ich das etwas anders sehe, da ich seit ca. 30 Jahren Orchideen halte, und da immer mal wieder Pilzinfektionen auftreten, teils auch bei Importen aus dem Ausland.


    Kurativ, d.h. finale Heilung ist so eine Sache, aber dass die Infektion eingedämmt wird, klappt meistens.

    Ein Breitbandfungizid in Kombination mit unterschiedlichen Wirkmechanismen kann dabei schon helfen, ich habe sowieso alles, was es so gibt, in meiner Pflanzenapotheke, damit ich im Ernstfall schnell reagieren kann.

    Schnelligkeit ist ein wichtiger Faktor.

    Ich würde hier Difoconazol und Azoxystrobin in Kombination spritzen UND gießen, beide wirken systemisch.

    Azoxystrobin sollte man nicht mehrfach hintereinander verwenden, eigentlich immer gleich in Kombination, da sich schnell Resistenzen entwickeln, aber das sollte man im Pflanzenschutz generell beachten, d.h. Wirkstoffrotation mit UNTERSCHIEDLICHEN WIRKMECHANISMEN (IRAC-Gruppe) vornehmen.

    Bei Insektiziden und Akariziden hat sich das sehr bewährt und ist dort üblich.

  • Dr. Thomas Brand ist Phytopathologe, der macht das beruflich. Ich glaub schon, dass man seinen Aussagen zur Thematik vertrauen darf.

    "Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969

  • Was für eine ausführlich Antwort...! Beobachten und Hoffen!

    Ich habe beim Versenden der Mail überhaupt nicht damit gerechnet, dass er mir antwortet. Unerwarteterweise hat Herr Thomas Brand so detaillierte und fachkundige Ratschläge gegeben. Vielen Dank an ihn.


    Hallo Rüdiger,

    vielen Dank für Ihre ausführlichen und fachkundigen Ratschläge! :) Die von Ihnen vorgeschlagene Wirkstoffrotation sowie die beiden Fungizide werden mir bei der Pflege meiner Kakteen zweifellos sehr helfen. Künftig werde ich regelmäßig wechselweise spritzen, um Pilzbefall einzudämmen und vorzubeugen.

    Viele Grüße

    ZIcheng:)

    Einmal editiert, zuletzt von Zicheng (3. Juli 2026 um 12:38) aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Zicheng mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Dr. Thomas Brand ist Phytopathologe, der macht das beruflich. Ich glaub schon, dass man seinen Aussagen zur Thematik vertrauen darf.

    Ich bin nicht ganz unbeleckt, und zum Glück darf man auch eine etwas andere Meinung haben, und verlieren kann man bei einer Behandlung eh nichts.


    Ich habe beim Versenden der Mail überhaupt nicht damit gerechnet, dass er mir antwortet. Unerwarteterweise hat Herr Thomas Brand so detaillierte und fachkundige Ratschläge gegeben. Vielen Dank an ihn.


    Hallo Rüdiger,

    vielen Dank für Ihre ausführlichen und fachkundigen Ratschläge! :) Die von Ihnen vorgeschlagene Wirkstoffrotation sowie die beiden Fungizide werden mir bei der Pflege meiner Kakteen zweifellos sehr helfen. Künftig werde ich regelmäßig wechselweise spritzen, um Pilzbefall einzudämmen und vorzubeugen.

    Regelmäßig zur Prophylaxe würde ich NICHT spritzen, da man damit ggf. nur Resistenzen anzüchtet.

    Nur wenn man Befall fürchten muß, bzw. bereits erste Anzeichen sieht.

    Laufend Pestizide ohne konkreten Anlass einzusetzen ist wirklich nicht sinnvoll.

    2 Mal editiert, zuletzt von Ruediger (3. Juli 2026 um 14:11) aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Ruediger mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Ich verstehe, vielen Dank.

    Wenn Du etwas zum Vorbeugen spritzen möchtest, weil Du Dir Sorgen machst und immer wieder neue Pilzinfektionen beobachtest, so kannst Du mit Kupfer-Präparaten (z.B. Kupferol) oder quartären Amine (z.B. Physan) in großen Abständen spritzen.

    Bei denen gibt es keine Resistenzen, ihr Wirkmechanismus ist unspezifisch, sie wirken allerdings nicht systematisch, dafür gegen Pilze und Bakterien, teils auch gegen Algen, wobei letzteres eher auf zu viel Feuchte hindeuten würde.

    Beide haben den Vorteil sehr lange zu wirken, bis es schließlich ausgewaschen werden. Wobei Kupferverbindungen grundsätzlich besser haften.

    Wobei häufige Infektionen eigentlich ein Zeichen von Kulturproblemen bzw. Fehler sind, das ist bei allen Pflanzenfamilien ein Hinweis, dass man etwas in der Kultur ändern muß.

  • Wobei häufige Infektionen eigentlich ein Zeichen von Kulturproblemen bzw. Fehler sind, das ist bei allen Pflanzenfamilien ein Hinweis, dass man etwas in der Kultur ändern muß.

    Das würde ich bei Zicheng mal ausschließen............. ;):)

    LG Ulle

    Behandle die Schöpfung mit Respekt und deine Mitmenschen so, wie du behandelt werden willst

  • Wenn Du etwas zum Vorbeugen spritzen möchtest, weil Du Dir Sorgen machst und immer wieder neue Pilzinfektionen beobachtest, so kannst Du mit Kupfer-Präparaten (z.B. Kupferol) oder quartären Amine (z.B. Physan) in großen Abständen spritzen.

    Bei denen gibt es keine Resistenzen, ihr Wirkmechanismus ist unspezifisch, sie wirken allerdings nicht systematisch, dafür gegen Pilze und Bakterien, teils auch gegen Algen, wobei letzteres eher auf zu viel Feuchte hindeuten würde.

    Beide haben den Vorteil sehr lange zu wirken, bis es schließlich ausgewaschen werden. Wobei Kupferverbindungen grundsätzlich besser haften.

    Wobei häufige Infektionen eigentlich ein Zeichen von Kulturproblemen bzw. Fehler sind, das ist bei allen Pflanzenfamilien ein Hinweis, dass man etwas in der Kultur ändern muß.

    Vielen Dank für deine ausführliche Erklärung! Die Empfehlungen zu Kupferpräparaten und Quartärammoniumsalzen sind sehr hilfreich. Ich habe schon längst festgestellt, dass meine Pflanzen häufig von genau dieser Pilzkrankheit befallen werden, nach der ich in diesem Beitrag gefragt habe. Das liegt höchstwahrscheinlich an der zu hohen Luftfeuchtigkeit bei mir, da es hier oft regnet und meine Kakteen fast ausschließlich im Freien stehen und regelmäßig dem Regen ausgesetzt sind. Ich werde künftig die Abstände zwischen den vorbeugenden Spritzungen verlängern und die Pflegebedingungen so gut wie möglich anpassen, um das Auftreten von Krankheiten zu reduzieren.

    Viele Grüße

    ZIcheng:)

    Einmal editiert, zuletzt von Zicheng (5. Juli 2026 um 01:05)

  • Das würde ich bei Zicheng mal ausschließen............. ;):)

    :)Vielen Dank, es freut mich, dass du meine Pflegeweise für in Ordnung hältst! Tatsächlich muss ich meine Pflege jedoch noch verbessern und dazulernen. Zum Beispiel werden meine Kakteen häufig von dieser Krankheit befallen, außerdem ist die Sterblichkeitsrate meiner Kaktussämlinge sehr hoch und sie wachsen besonders langsam, und so weiter.

    Viele Grüße

    ZIcheng:)