Beiträge von Norberto

Guten Tag Gast. Schön, dass Sie mal hereinschauen! Einen angenehmen Aufenthalt wünscht das "Sukkulentenforum"-Team.

    Als ich mit der Pflege von madagassischen Euphorbien begann und diese lieben lernte, haben mir erfahrene Pfleger gesagt, daß E. cap-saintemariensis Rauh einen sehr hellen Stand brauche, und daß direkte Besonnung nicht förderlich sei. Ähnlich äußerte sich Buddensieck 1998 in dem Buch "Sukkulente Euphorbien".


    Natürlich können wir den madagassischen Euphorbien hier in Mitteleuropa nicht Bedingungen bieten, die im Habitat vorkommen. Das ist auch nicht notwendig. Entscheidend ist meiner Meinung nach, ob unsere Pflanzen durch unsere Pflege gedeihen, d.h. einen annähernd arttypischen Wuchs haben, blühen und sich fortpflanzen. Den einen richtigen Weg gibt es, wie ich meine, nicht. Voraussetzungen und Möglichkeiten sind bei den verschiedenen Pflegenden unterschiedlich. Ein individueller Weg hat sicherlich keinen Makel. Das Ergebnis zählt. Natürlich gibt es gewisse Grenzen für den Kulturerfolg. Und diese können wir hier gemeinsam durch den Austausch unserer Pflegeerfahrungen ausloten.


    Laut "Insights on the Evolution of Plant Succulence", Evans et. al., einer Publikation aus dem Jahr 2014, gibt es 10 Fundorte von E. cap-saintemariensis. Möglicherweise sind zwischenzeitlich neue hinzugekommen. Dort, wo E. capsaintemariensis wächst, liegt die Jahresmitteltemperatur bei 23,5 Grad. Vergleicht man diese Angabe mit den Informationen über die anderen madagassischen Euphorbien, kann man sagen, daß die 23,5 Grad im oberen Mittelfeld angesiedelt sind. Geringere Jahresmitteltemperaturen gibt es bei den Euphorbien, die im madagassischen Hochland wachsen, höhere u.a. bei jenen, die im nördlichen Teil Madagaskars wachsen (E. viguieri 26 Grad, E. guillauminiana 26,5). Beim Vergleich der mittleren jährlichen Niederschlagsmenge, muss resümiert werden, daß E. capsaintemariensis mit 422 mm zu den wenigen madagassischen Euphorbien gehört, denen im Habitat nicht viel Wasser zur Verfügung steht (wieder zum Vergleich: E. viguieri 1324 mm, E. guillauminiana 1565 mm).


    Ob E. cap-saintemariensis im Habitat gedeiht, ist scheinbar "Ansichtssache", wie der Bericht von Bob Potter "In Madagascar" nahelegt, der in Euphorbia World Vol.11-Nr.3 erschien. Potter schreibt dort: "The plants looked generally more dead than alive."


    E. cap-saintemariensis wächst (u.a.?) in einem sehr windigen Areal, in Meeresnähe, siehe: hier.

    Die Habitatfotos können als Wink verstanden werden, daß E. cap-saintemariensis von einem Stand im Freien profitiert. Ich persönlich würde diese Pflanze aber wegen der Wassermenge, die hier in Deutschland vom Himmel herabkommt, nicht völlig ungeschützt aufstellen. Meine E. cap-saintemariensis würde ich in der Nacht nicht Temperaturen unter 14 Grad aussetzen. Das würde ich nur dann machen, wenn ich sicher wüßte, daß am Tag darauf die Sonne scheint und die Temperatur über 20 Grad liegt.


    Ich pflege zwei verschiedene Exemplare von E. cap-saintemariensis. Es handelt sich bei diesen um zwei verschiedene Varianten. Die eine Pflanze gedeiht bestens auf dem Fensterbrett. Sie steht direkt hinter der Fensterscheibe, hat den hellsten Platz, den ich ihr in der Wohnung bieten kann, und blüht fast das ganze Jahr über.



    Die andere Pflanze ist für mich in der Pflege etwas schwieriger. Sie blüht gelegentlich, und wenn sie blüht, blüht sie nicht üppig. Bei der Bildung ihres Caudex übt sie Zurückhaltung.

    Durch diese Diskussion inspiriert, stellte ich Exemplar Nr. 2 ins Freie, und bin sehr gespannt auf das Ergebnis. :S



    Gruß,

    Norbert

    Zu den Pflänzchen des vergangenen Jahres gehört auch eine Kleine, die aus einem Samen hervorging, welcher von E. herman-schwartzii stammen soll. Das Aussehen des Sämlings läßt mich an der Richtigkeit der Herkunftsangabe zweifeln. :S


    E. sp. (8.5.24)



    Den Reigen schließen Pflanzen ab, die 2022 geboren wurden.


    E. capmanambatoensis (12.5.24) und E. caput-aureum (18.5.24),


      


    E. caput-aureum x guillauminiana Nr. 1 (8.5.24) und E. caput-aureum x guillauminiana Nr. 2 (18.5.24)


      


    E. guillauminiana (18.5.24)



    E. millotii (23.4.24) und E. pachypodioides (12.5.24)


      


    Fast alle hier gezeigten Pflanzen muss ich in diesem Jahr abgeben. Es wurden bereits wenige Pflänzchen von Mitgliedern reserviert.

    Ab Mitte Juli habe ich etwas mehr Zeit für das Einstellen in der Forumsrubrik "Suche und Biete" und für den Versand.

    E. millotii steht nicht mehr bei mir. Sie wird nun von Obesum gepflegt.


    Gruß,

    Norbert

    In den nächsten Beiträgen teile ich Fotos von den oben erwähnten Nachzuchten. Den Zeitpunkt der Entstehung der jeweiligen Fotos dokumentiere ich in Klammern nach dem Pflanzennamen.


    Dies sind Kleine, welche im vergangenen Jahr bei mir das Licht der Welt erblickten:

    Eine vereinzelte E. ankarensis, rötlich blühend (8.5.2024) und vier E. aureoviridflora (8.5.2024),


       


    acht E. capmanambatoensis (8.5.24) und zwei E. caput-aureum (8.5.24),


      



    vier E. decaryi, früher E. francoisii (8.5.24) und fünf E. guillauminiana (19.5.24),


      


    eine vereinzelte E. neohumbertii-Pflanze (12.5.24) und eine kleine E. pachypodioides (8.5.24),


      


    zwei E. ramena (12.5.24) und ein Mix von Sämlingen verschiedener Arten - E. leuconeura rot, E. ankarensis, E. ramena, E. lophogona - , die ich noch nicht vereinzelte oder voneinander trennte (8.5.24).


      

    Die Wachstumszeit hat begonnen. :) Im Folgenden berichte ich über den Stand der Dinge.

    Die kleinen Pflänzchen, welche aus den letztjährigen Aussaaten stammen, überstanden die Ruhezeit gut und schmücken sich mit frischem Grün.

    Einen Großteil von ihnen wurde Anfang Mai umgetopft. Jede Art bekam einen eigenen Topf. Größere Pflänzchen topfte ich separat. Knapp die Hälfte dieser Pflanzen erhielt einen helleren Standort.

    Die zwei Jahre alten Exemplare topfte ich noch nicht um, und mussten nicht den Standort wechseln.


    Die Vermehrung beginnt mit der Bestäubung. Mindestens einmal in der Woche widme ich mich ihr. Meine Arbeitswerkzeuge sind Pinsel und Lupe. Die Bestäubung von madagassischen Euphorbien ist nicht immer einfach, da einige Arten besonders kleine Scheinblüten bilden, welche beim Bestäuben Geschick und ein wenig Erfahrung erfordern. Viele Bestäubungen gelingen nicht. Mehrere Versuche sind die Regel.

    Bei einigen Arten ist mir nicht bekannt, ob sie selbstfertil sind. Zudem bilden manche - überwiegend junge - Exemplare nur gelegentlich Cyathien im weiblichen Stadium.

    Daneben gibt es in meiner Sammlung Pflanzen, die ohne mein Zutun Samen produzieren. Deshalb muss ich auch auf die Suche nach Früchten gehen, damit ich Vorkehrungen für das Einfangen der Samen treffen kann.


    In diesem Jahr versuchte und versuche ich auch Samen von einigen Arten zu produzieren, die ich bislang noch nicht vermehren konnte.

    Dies sind die vorläufigen Ergebnisse meiner Bestäubungen (Erklärung der Abkürzungen: S=Samen, F= Früchte). Bei den erfolglos bestäubten Pflanzen setze ich meine Versuche fort.


    E. ankarensis (grünlich gelb blühend) S

    E. ankarensis (rötlich blühend) S

    E. aureoviridiflora S

    E. begardii

    E. berevoensis

    E. hofstaetteri

    E. itremensis

    E. labatii S

    E. lophogona S

    E. nadiae

    E. primulifolia

    E. quartziticola

    E. ramena S

    E. sp. aff. alfredii S

    E. sp. aff. moratii

    E. sp. aff. moratii Lawant F

    E. spannringii

    Alle meine E. moratii-Varianten (und nahe Verwandte) blühen gegenwärtig. Manche bilden das erste Grün. Es sind für mich wunderschöne Miniatur-Pflanzen.

    Zuerst kommen jene Pflanzen, die ich in diesem Jahr noch nicht gezeigt habe.


    Nr. 1 (bildet schmale panaschierte Blätter):


         



    Nr. 2 (bildet etwas breitere panaschierte Blätter):


         


    Nr. 3 zeigte ich bereits (E. sp. aff. moratii Lawant). Dies sind meine beiden - nun ein wenig üppiger blühenden - Exemplare:


      


    Auch Nr. 4 zeigte ich bereits blühend. Diese Pflanze schmückt sich seit knapp 10 Tagen mit neuen Blättern:



    Gruß,

    Norbert

    Foto 3 sehen wir beim Fotowettbewerb wieder?


    Da bin ich mir nicht sicher. Mit dem Topf auf dem Bild kann meine Euphorbia spannringii doch keinen Blumentopf gewinnen. ?(

    Weil diese Pflanze momentan mir ganz besonders ins Auge sticht, zeige ich noch weiteres Bild von ihr, welches ich heute geknipst habe.



    Gruß,

    Norbert

    Meine große Euphorbia primulifolia blüht seit Anfang Mai. Und vor ein paar Tagen ist das erste Grün gekommen.

    Die Fotos Nr. 1 und Nr. 2 entstanden vor vier Tagen, die anderen beiden machte ich heute.

    Diese Pflanze macht mir viel Freude. :)


       


       


    Gruß,

    Norbert

    Meine Euphorbia robivelonae bekam ich dankenswerterweise von Harvey. :) Sie hat sich bei mir nach einer längeren Eingewöhnungsphase gut etabliert. Ich hoffe, daß sie in diesem Jahr das erste Mal blüht.



    Gruß,

    Norbert

    Die neue Wachstumphase beginnt auch für meine anderen Euphorbia moratii-Varianten. Sie starten blühend.

    Nr. 1:


      


    Nr. 2 kaufte ich als E. moratii. Sie ist aber sehr wahrscheinlich keine E. moratii. Ich zeige sie hier unter dem Namen E. sp. Dieses Exemplar gehört zu meinen Lieblingspflanzen.


         


    Gruß,

    Norbert

    Meine junge, vielleicht 2-3 jährige E. ankarensis


    Ich finde, Deine Pflanze sieht einfach urig aus. Klasse! :thumbup: Auch die Farbe der Scheinblüten finde ich sehr ansprechend.


    Meine rötlich blühende E. ankarensis bildet momentan weitere Früchte.



    Gruß,

    Norbert

    Der Caudex meiner E. spannringii ist schneller gewachsen als erwartet; er ist nun knapp 10 cm lang und hat einen Durchmesser von 4 cm.

    Die Pflanze ist gut über den Winter gekommen.


         


    Gruß,

    Norbert

    Meine Euphorbia alfredii befindet sich immer noch in ihrer Blühphase und ist blattlos.


      


    Die andere Pflanze, die ich als E. alfredii erwarb, und welche eher den Namen E. sp. aff. ankarensis verdient, und welche ich hier als E. sp. aff. alfredii präsentiere, schiebt seit zwei Tagen die ersten Blätter, und bildet eine Frucht aus. Ihre üppige Cyathien-Krone ist für mich ein Blickfang.


         


    Gruß,

    Norbert

    Matthias, das sind wieder einmal klasse Fotos. :thumbup:


    Und eine wunderschön bizarre Euphorbia, die man komischerweise in Sammlungen trotzdem eher selten sieht. ;) Dafür ist sie in Botanischen Gärten umso beliebter - Euphorbia cooperi.


    Also, die E. cooperi ist einfach eine ganz besonders schöne Pflanze. :love: Ich kann Deine Begeisterung verstehen.

    Warum sie in privaten Sammlungen so selten vorkommt, finde ich nicht verwunderlich. Sie wird riesig. Für ungehindertes Wachstum können ihr sicherlich nur wenige Sammler einen freien Platz bieten.


    Gruß,

    Norbert

    Danke für die schöne Dokumentation des kleinen E. leuconeura-Felds in Kew, Matthias. :)


    Kontrollierte Selbstaussaat


    kommt bei meiner roten E. leuconeura nicht vor, auch die unkontrollierte nicht. :S


    Die folgende Fotos meiner roten E. leuconeura entstanden im April:


      



    Gruß,

    Norbert

    Der Nachwuchs hat den Winter mehrheitlich gut überstanden.

    Meine Aufmerksamkeit galt ganz besonders meiner E. guillauminiana-Aussaat. Bis dato haben alle Pflänzchen überlebt. Sogar der schrumplige Nachzügler hält sich noch wacker.



    Auch die anderen Nachzuchten haben bislang die Ruhezeit gut überstanden. Einzelne Pflänzchen bilden das erste Grün. Ihr Stand am Badezimmerfenster hat sich bewährt. Leider öffnen Gäste ab und zu das Fenster, und vergessen danach es wieder zu schließen. Wenn es sehr kalt draußen ist, strömt die kalte Luft auf die Kleinen ein, was sie sicherlich stark stresst. Ein E. gymnocalycioides-Sämling verging. Möglicherweise vertrug er die kalte Luft nicht.

    Eine kleine E. decaryi (früher: E. francoisii) vertrocknete. Alle anderen Pflanzen sind gut über den Winter gekommen. Dies sind aktuelle Fotos:


      



    Gruß,

    Norbert